BlackBerry weiter in der Krise

11. März 2014, 10:13
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Experten sprechen von unausgegorenen Konzepten und einer "Identitätskrise“ des Unternehmens

BlackBerry kriselt weiterhin: Zwar hat der Aktienkurs der Firma sich in den sechs Monaten erholt, seit der neue CEO John Chen die Geschäfte leitet, laut Einschätzung von Analysten steckt hinter BlackBerrys Plänen jedoch wenig Elan und Kreativität. Auch die Anstellung des mittlerweile wieder entlassenen Popstars Alicia Keys als "Global Creative Director" konnte daran wenig ändern.

ProSumer als Zielgruppe

So hat Engadget auf der SXSW-Konferenz mit dem langjährigen BlackBerry-Manager Gary Klassen gesprochen und die Zukunftspläne des Unternehmens analysiert. Der US-amerikanische Konzern will primär die ProSumer-Zielgruppe ansprechen; also Nutzer, die BlackBerrys beruflich verwenden. Das Angebot sei allerdings relativ altbacken: So erinnere BlackBerry Express, eine App, mit der am Handy Präsentationen erstellt werden können, stark an Googles QuickOffice, das schon länger für Android und iOS verfügbar sei.

Tilt in der Schieflage

Auch "Tilt", ein Feature, dass die Anzeige von Informationen durch Halten des BlackBerrys in der Schieflage erlaubt, sorgt für Kritik. Zwar sei, so Engadget, die Funktion an sich eine sinnvolle Neuerung, allerdings könne man nicht nachvollziehen, warum BlackBerry die Entwicklung von Tilt an Third-Party-Entwickler ausgelagert habe.

Messenger sei "teurere Kopie"

Produkte für eine andere BlackBerry-Zielgruppe, nämlich junge Nutzer, seien ebenfalls unausgegoren: Da wäre beispielsweise der BlackBerry-Messenger (BBM), der in Konkurrenz zu WhatsApp und Google Hangout treten sollte. Beim Start des Dienstes gab es massive Serverprobleme, der Kunden unzufrieden zurückließ. Gleichzeitig verärgern kostenpflichtige Inhalte im BBM. So sei der Dienst denn auch laut Engadget nicht mehr als eine "Kopie, die teurer ist".

Obama treuer Kunde

BlackBerry-Chef Chen hat unterdessen ein persönliches Tete-a-Tete mit US-Präsident Barack Obama abgehalten, in dem man sich über technologische Entwicklungen ausgetauscht habe. Obama soll laut Bloomberg selbst ein BlackBerry benutzen, für Mitarbeiter werden diese zur Verfügung gestellt. (fsc, derStandard.at, 11.3.2014)

  • BlackBerry: Einst dominant, heute eher trist
    foto: apa/epa/stephen morrison

    BlackBerry: Einst dominant, heute eher trist

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