Neuer Bluttest zur Vorhersage von Alzheimer

10. März 2014, 14:16
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Bestimmte Lipidstrukturen könnten zukünftig als Biomarker zur Identifizierung der Erkrankung dienen - Umfassende klinische Versuche noch ausständig

Washington  - Mit einem neuen Bluttest wollen US-Forscher eine künftige Alzheimer-Erkrankung vorhersagen. Der Prototyp des Tests sage zu 90 Prozent korrekt voraus, ob ein Mensch in den kommenden drei Jahren Alzheimer oder eine sogenannte leichte kognitive Störung entwickeln werde, hieß es in einer am Sonntag im Fachmagazin "Nature Medicine" veröffentlichten Studie.

Bei dem Test wird im Blut nach zehn bestimmten Lipid-Strukturen gesucht, die als Biomarker für eine künftige Entwicklung der beiden Krankheitsbilder identifiziert wurden. Betroffene, Angehörige und Ärzte könnten damit schon frühzeitig überlegen, mit welcher Therapie der Krankheitsverlauf beeinflusst werden kann, erklärten die Autoren der Studie. Die Demenz-Erkrankung Alzheimer, bei der Nervenzellen im Gehirn absterben, ist unheilbar. Bisher gibt es lediglich Medikamente, die ein Voranschreiten der Krankheit bremsen sollen.

Der Bluttest könne die Entwicklung neuer Medikamente ermöglichen, erklärt Studien-Ko-Autor Howard Federoff vom Georgetown University Medical Center in Washington. Bisher seien Medikamente lediglich an Patienten getestet worden, bei denen die Demenzerkrankung bereits zu sehr fortgeschritten sei. "Das vorklinische Stadium der Krankheit stellt ein Zeitfenster für ein frühzeitiges krankheitsänderndes Eingreifen dar," sagt Federoff. Noch seien aber umfassende klinische Versuche notwendig, um den Bluttest auf den Markt bringen zu können.

Stoffwechselprodukt Fett

Zur Entwicklung ihres Tests nahmen die Forscher um Federoff zunächst von 525 gesunden, mindestens 70 Jahre alten Freiwilligen Blutproben. Drei Jahre später untersuchten sie 53 der Probanden, die in der Zwischenzeit Alzheimer oder eine leichte kognitive Störung entwickelt hatten. Die leichte kognitive Störung ist eine bei älteren Menschen häufig auftretende Beeinträchtigung von Gedächtnis und Denkvermögen.

Der Vergleich des Blutes der Patienten mit dem von gesunden Menschen brachte die Forscher auf die zehn Lipide, die sie als klares Anzeichen für eine künftige Erkrankung ausmachten. Bei den Fettstrukturen handelt es sich vermutlich um Stoffwechselprodukte, die beim Abbau der Membran von Gehirnzellen entstehen.

Weltweit sind Schätzungen zufolge rund 35 Millionen Menschen an Morbus Alzheimer erkrankt. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dürfte die Zahl der Patienten in den kommenden Jahrzehnten dramatisch ansteigen - auf rund 115 Millionen im Jahr 2050. (APA/red, derStandard.at, 10.3.2014)

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