Rosetta-Zielkomet Tschurjumov-Gerasimenko erwacht

10. März 2014, 12:36
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Neue Aufnahmen des Very Large Telescope deuten daraufhin, dass bereits jetzt Eis von 67P/Tschurjumov-Gerasimenko verdampft

Göttingen - Da ist er wieder: Nachdem Komet 67P/Tschurjumov-Gerasimenko im Oktober vergangenen Jahres von der Erde aus gesehen hinter der Sonne verschwand, ist der Zielkomet der ESA-Mission Rosetta nun wieder zu sehen. Eine Aufnahme von Ende Februar deutet darauf hin, dass bereits jetzt Eis vom Kometen verdampft und eine sehr dünne Atmosphäre um den Kern bildet, wie des Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) am Montag in Göttingen mitteilte.

In der Aufnahme, die Forschern des MPS und der Europäischen Südsternwarte (ESO) mit Hilfe des Very Large Telescope am 28. Februar gelungen war, zeigt sich der 740 Millionen Kilometer entfernte Komet heller als ein inaktiver Kern allein erwarten ließe. "Das neue Bild spricht dafür, dass der Komet bereits in einer relativ großen Entfernung von der Sonne beginnt, Gas und Staub zu spucken", erklärte Colin Snodgrass vom MPS. Dies bestätigt Auswertungen aus dem vergangenen Jahr, in denen Snodgrass und seine Kollegen Aufnahmen aus zurückliegenden Sonnenumläufen verglichen hatten. Auch diese Rechnungen legten nahe, dass die Aktivität des Kometen bereits ab März dieses Jahres von der Erde aus messbar sein müsste.

Die Raumsonde Rosetta soll nach zehnjähriger Reise durch das All im August in eine Umlaufbahn um Tschurjumov-Gerasimenko einschwenken und später das Landegerät Philae auf dem Kometen absetzen. Der Komet wird sich dann gemeinsam mit dem Rosetta und Philae in den folgenden Monaten stetig weiter der Sonne nähern, um im August 2015 seinen sonnennächsten Punkt zu erreichen. In enger Zusammenarbeit mit der ESA wollen die Forscher auch in den nächsten Monaten überwachen, wie sich die Helligkeit des Kometen entwickelt. Die Daten werden helfen einzuschätzen, was die Raumsonde Rosetta bei ihrer Ankunft am Kometen erwartet. (APA/red, derStandard.at, 10.3.2014)

  • Links: Um den Kometen sichtbar zu machen, überlagerten die Forscher mehrere Aufnahmen. Die Bilder wurden zudem um die Bewegung des Kometen verschoben. Die Sterne im Hintergrund erscheinen dadurch als breit verschmierte Striche. Rechts: Durch Subtrahieren des Sternenhintergrundes wird der Komet sichtbar.
    foto: mps/eso

    Links: Um den Kometen sichtbar zu machen, überlagerten die Forscher mehrere Aufnahmen. Die Bilder wurden zudem um die Bewegung des Kometen verschoben. Die Sterne im Hintergrund erscheinen dadurch als breit verschmierte Striche. Rechts: Durch Subtrahieren des Sternenhintergrundes wird der Komet sichtbar.

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