Parlamentswahl: 100 Prozent für Kim Jong-un

10. März 2014, 12:16
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"Vollständige Unterstützung" der Bevölkerung für den "höchsten Führer" - Erster Auftritt von Kims jüngerer Schwester Kim Yo-jong

Seoul - Bei der staatlich strengstens überwachten Parlamentswahl in Nordkorea hat die Partei von Machthaber Kim Jong-un am Sonntag den erwarteten Sieg erzielt. "Alle Wähler haben sich beteiligt und 100 Prozent haben für Kim Jong-un gestimmt", meldete die Nachrichtenagentur KCNA am Montag in der Früh. In einem der 687 Wahlkreise war auch Kim angetreten.

Das Ergebnis zeige die "die vollständige Unterstützung" der Bevölkerung für den "höchsten Führer", hieß es in dem KCNA-Bericht. Am Wahlausgang hatte es schon zuvor keinen Zweifel gegeben: In allen Wahlbezirken war nur ein Kandidat für Kim angetreten, und die Stimmabgabe war verpflichtend. Die Oberste Volksversammlung des autoritär-kommunistisch regierten Staates wird alle fünf Jahre gewählt. Es war die erste Wahl, seit Kim nach dem Tod seines Vaters Kim Jong-il im Dezember 2011 die Macht übernommen hatte. Der wurde bei seiner letzten Parlamentswahl 2009 ebenfalls mit 100 Prozent der Stimmen bei 100 Prozent Wahlbeteiligung in seinem Wahkreis gewählt.

Kim war am Sonntag, wie einst sein Vater, im Wahlkreis Paektu angetreten. Der gleichnamige Berg wird in Nordkorea als heilig verehrt. Der Legende nach wurde Vater Kim dort geboren. Das nordkoreanische Parlament kommt nur ein bis zwei Mal pro Jahr zusammen, um das Budget oder andere Entscheidungen der Arbeiterpartei zu bestätigen.

Erster Auftritt von Kims jüngerer Schwester

Bei der Wahl hat Kim Jong-uns jüngere Schwester ihren ersten offiziellen Auftritt absolviert. Das Fernsehen zeigte Kim Yo-jong, wie sie am Sonntag ihren älteren Bruder in ein Wahllokal begleitete, um ihre Stimme abzugeben. Es war der erste Auftritt der 26-Jährigen, bei dem sie mit Namen und dem Zusatz "hoher Funktionär" genannt wurde.

Kim war zuvor nur bei der Beerdigung ihres Vaters öffentlich gesehen worden. Bei dem nunmehrigen Auftritt wurde ihre Aufgabe nicht angegeben, doch soll sie Eventdirektorin im Büro ihres Bruders sein. Experten zufolge könnte sie zunehmend Aufgaben übertragen bekommen und eine ähnlich wichtige Rolle wie ihre einst einflussreiche Tante Kim Kyong-hui erhalten. Diese hatte als Schwester von Kim Jong-il große Macht und besaß den Rang eines Vier-Sterne-Generals. Allerdings ist sie aus der Öffentlichkeit verschwunden, seit ihr Neffe vergangenes Jahr ihren Mann Jang Song-thaek festnehmen und hinrichten ließ.

Wahl als "Welle der Gefühle und der Freude"

Für die diesjährige Parlamentswahl ließ Kim seit Wochen mit Gedichten und unmissverständlichen Aufrufen werben. Darin wurde die Abstimmung etwa als "Welle der Gefühle und der Freude" beschrieben. Auf den Stimmzetteln gab es nur die Möglichkeit, neben den Namen eine Ja-Stimme abzugeben.

Der Urnengang dient dem Staat auch als Volkszählung, weil alle Nordkoreaner verpflichtet sind, zur Wahl zu gehen oder im Fall eines Nichterscheinens zu Hause aufgesucht werden. Kim verstärkte zwar seit seinem Amtsantritt die Grenzkontrollen. Dennoch gelang es im vergangenen Jahr mehr als 1500 Menschen, vor Armut und Verfolgung zu fliehen und sich über China ins verfeindete Südkorea abzusetzen. (APA/red, derStandard.at, 10.3.2014)

  • Von den Wählern hat Kim Jong-un 100 Prozent Zustimmung erhalten.
    foto: reuters

    Von den Wählern hat Kim Jong-un 100 Prozent Zustimmung erhalten.

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