Flugzeug verschollen: Ein Mann mit gestohlenem Pass identifiziert

10. März 2014, 12:53
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Behörden in Kuala Lumpur: Kein Malaysier - Von der Boeing fehlt weiter jede Spur

Kuala Lumpur/Hanoi - Die malaysischen Behörden haben drei Tagen nach dem mysteriösen Verschwinden eines Passagierflugzeugs einen von zwei Männern identifiziert, die sich mit gestohlenem Pass Zugang zu der Maschine verschafft hatten. Bei dem Mann handle es sich nicht um einen Malaysier, sagte Polizeichef Khalid Abu Bakar am Montag. Er sei durch die Auswertung von Überwachungsvideos vom Flughafen identifiziert worden.

Es werde derzeit noch ermittelt, ob sich die Männer illegal oder legal in Malaysia aufgehalten hätten, sagte Bakar. "Das ist alles, was wir bisher sagen können." Eine Boeing 777 von Malaysia Airlines war in der Nacht auf Samstag auf dem Weg nach Peking von den Radarschirmen verschwunden. Die Behörden in Malaysia leiteten wegen der beiden Reisenden mit gestohlenen Pässen Terrorermittlungen ein.

Suche auf Hochtouren

Laut Malaysia Airlines waren insgesamt 227 Passagiere und zwölf Crew-Mitglieder an Bord. Demnach wurde kein Notsignal und auch kein schlechtes Wetter gemeldet. Technische Mängel an der Maschine seien auch nicht bekannt gewesen.

Die Suche nach Trümmerteilen oder sonstigen Spuren laufen auf Hochtouren. Am Montag waren insgesamt 40 Schiffe und mehr als 30 Flugzeuge aus mehreren südostasiatischen Ländern, China und den USA beteiligt. Auf der größeren Insel Phuc Quoc, die näher am vietnamesischen Festland liegt, wurde ein Kommandozentrum eingerichtet. 

Rettungsboot war Kabelhülle

Ein vermeintliches Rettungsboot, das eine Flugzeugbesatzung im Meer vor Vietnam erspäht haben wollte, entpuppte sich als Hülle einer Kabeltrommel. Das sagte ein vietnamesischer Militärvertreter am Montag.

Ein Schiff hatte das Fundstück zuvor geborgen. Es gebe weiterhin keinerlei Hinweise auf die seit Samstag früh vermisste Boeing 777, die mit 239 Menschen an Bord von Kuala Lumpur nach Peking unterwegs war, hieß es weiter. Ein Sprecher der malaysischen Luftfahrtbehörde sagte Montagfrüh vor Journalisten, man habe bisher keine Spur der Maschine entdeckt. Berichte aus Vietnam über den Fund einer Tür und ähnlicher Meldungen hätten sich nicht bestätigt. Es handle sich um einen Vorfall ohne gleichen - die Suchoperationen gingen weiter.

Im Flug zerborsten

Die Ermittler glauben nach Angaben inzwischen, dass das Flugzeug mitten im Flug zerbarst - dies könne durch einen Defekt oder eine Bombe passiert sein. Das bisher keine Trümmerteile gefunden werden konnten, deute darauf hin, dass die Maschine in einer Höhe von etwa 10.000 Metern auseinandergebrochen sei, sagte ein Offizieller, der an den Untersuchungen in Malaysia beteiligt ist, der Nachrichtenagentur Reuters. Wäre das Flugzeug intakt auf das Wasser aufgeschlagen, hätte es größere Trümmerteile auf engem Raum geben müssen.

Die Maschine der Malaysia Airlines war am frühen Samstagmorgen (MEZ) von den Radarschirmen verschwunden. Sie war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking, vermutet wird ein Absturz im Südchinesischen Meer.

Immer mehr Anzeichen für Anschlag

Zuletzt hatten sich Anzeichen für einen Anschlag gemehrt, da nach aktuellen Erkenntnissen zwei Passagiere die Sicherheitsschleusen mit gestohlenen Reisepässen aus Österreich und Italien passiert hatten. Die Behörden haben Videos von den beiden, sagte Transportminister Hishammuddin Hussein am Sonntag. Geheimdienste prüfen, ob die Männer auf Terrorlisten zu finden sind. Die Luftfahrtbehörde betonte, man habe das Gepäck von fünf eingecheckten, aber nicht ins Flugzeug eingestiegenen Passagieren entfernt.

Chinas Regierung schickt indes eine Arbeitsgruppe nach Kuala Lumpur, um bei den Untersuchungen und der Betreuung von Angehörigen der Insassen zu helfen. 154 der 239 Passagiere waren Chinesen. In der Arbeitsgruppe sind Experten des Außen-, Polizei- und Transportministeriums sowie der Luftverkehrsbehörde, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua am Montag. Auch habe es Hilfsangebote aus den USA, Australien und anderen Staaten gegeben, hieß es von den malaysischen Behörden. (APA, 10.3.2014)

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    foto: apa/epa/luong thai linh

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