"Schmerzliches" Ergebnis für ÖVP - Grüne: "kein Jubeltag"

9. März 2014, 20:40
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Neos-Parteichef Strolz spricht von "überwältigendem Ergebnis"

Salzburg - Mit Jubel haben die Neos auf die Salzburger Gemeinderatswahl reagiert. "Dieses überwältigende Ergebnis zeigt unser Potenzial für die Zukunft", sagte Parteichef Matthias Strolz in einer Aussendung am Sonntagabend. Die Neos sind am Sonntag nur in vier Gemeinden angetreten. In Salzburg Stadt haben sie aber auf Anhieb Klubstatus erreicht und sind mit 12,3 Prozent nur knapp hinter der FPÖ geblieben.

"Die Welle der Erneuerung zieht durch Österreich, das zeigen auch Resultate in kleinen Gemeinden wie Obertrum", zeigte sich Strolz "begeistert". In der kleinen Gemeinde Obertrum nördlich von Salzburg kamen die Neos auf 6,01 Prozent (ein Mandat), in Hallein auf 10,08 Prozent (zwei Mandate). In Salzburg Stadt landeten die Neos hinter SPÖ, ÖVP, Grünen und FPÖ am fünften Platz.

Landessprecher Sepp Schellhorn ist vom Wahlergebnis begeistert: "Es sind Individualisten angetreten. Der Wähler nimmt uns eine ehrliche Politik ab. In der Stadt Salzburg haben wir fast 13 Prozent erreicht, wir sind auf Augenhöhe mit der FPÖ." Schellhorn wird allerdings noch im Laufe dieses Jahres seine Position als Landesvorsitzender abgeben. Seine Aufgabe sei es gewesen, eine Struktur in der Partei in Salzburg aufzubauen.

SPÖ zufrieden, ÖVP enttäuscht

Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) war sichtlich zufrieden mit dem Wahlausgang: "Wir haben im Wesentlichen das Ergebnis halten können", sagte Schaden im Marmorsaal des Schlosses Mirabell vor Journalisten. "Das Ergebnis freut mich natürlich, das hätte vor einigen Monaten auch nicht jeder geglaubt." Dass elf Parteien und Gruppierungen zur Gemeinderatswahl in der Stadt angetreten sind, spiegle sich eben auch im Wahlergebnis wider, meinte der Bürgermeister.

Gratulationen kamen auch von SPÖ-Parteichef und Kanzler Werner Faymann: Schaden habe trotz sieben Gegenkandidaten annähernd das Ergebnis von 2009 gehalten, so der Kanzler. Er habe mit seinem "erfolgreichen Kurs Salzburg zu einer modernen lebenswerten Stadt" gemacht. Auch das Ergebnis in den Gemeinden sei "sehr respektabel".

Preuner zeigte sich naturgemäß enttäuscht über das Abschneiden der ÖVP. "Heute ist kein erfreulicher Tag", konstatierte der Spitzen- und Bürgermeisterkandidat. "Es ist schmerzlich für uns, wir werden aber damit zurecht kommen. Wir haben unter schwierigsten Bedingungen den Wahlkampf bestritten." Es seien zwei Bürgerbewegungen dazugekommen, diese hätten im Teich der ÖVP-Wähler gefischt. Er werde jetzt für die Bürgermeister-Stichwahl werben, gab sich Preuner kämpferisch. Der Vizebürgermeister gratulierte nicht nur dem Bürgermeister, sondern auch den Neos und der Bewegung "Bürger für Salzburg".

Kein Jubeltag bei den Grünen

Keinen großen Grund zum Jubeln fand auch Langzeit-Stadtrat Johann Padutsch, Spitzenkandidat der Bürgerliste, das sind die Grünen in der Stadt. "Es ist heute kein Jubeltag, aber wir sind dankbar, nach zweieinhalb Jahren Schmutzkübel-Kampagne den dritten Platz und einen Regierungssitz gehalten zu haben." Das Wahlergebnis sei im Prinzip eine Bestätigung. Der Vergleich mit den letzten Landtags- und Nationalratswahlen, bei denen die Bürgerliste jeweils über 20 Prozent erreicht habe, sei nicht erlaubt, "jede Wahl ist eine andere", meinte Padutsch. "Abgesehen davon war es bei der Vielzahl antretender Gruppen nicht einfach, das Ergebnis zu halten."

FPÖ sprachlos

Andreas Schöppl, Spitzenkandidat und Klubobmann der FPÖ, wollte bis zum Vorliegen des amtlichen Endergebnisses keine Stellungnahme abgeben.

Erfreut zeigte sich auch Christoph Ferch, Spitzenkandidat der Bürger für Salzburg (SALZ), über das gewonnene Mandat: "Unser Ziel, in den Gemeinderat einzuziehen, hat sich erfüllt. Für eine Liste, die sich erst vor acht Wochen gegründet hat, ist das ein beachtliches Ergebnis. Wir freuen uns."

Stronach-Ableger enttäuscht

Und Eduard Mainoni, Spitzenkandidat des Team Salzburg (einem Ableger von Team Stronach, Anm.), machte keine Hehl daraus, dass das Wahlergebnis für ihn "natürlich enttäuschend ist". In der Landeshauptstadt kam man nur auf 1,6 Prozent. "Wir werden uns ganz genau ansehen, was die Gründe dafür sind. Wir haben ja im Wahlkampf eine gute Stimmung für uns festgestellt. Das ist aber nicht in Wahlstimmen umgesetzt worden", bedauerte der ehemalige FPÖ/BZÖ-Politiker. "Ich werde für Lehen weiter kämpfen im Team Salzburg". (APA/red, 9.3.2014)

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