Prosecco überholt Champagner

9. März 2014, 17:20
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Weltweiter Absatz des Schaumweins aus Italien übertrumpft jenen aus Frankreich

Der Siegeszug des Prosecco, des oberitalienischen Schaum-, Perl- und Stilweins, scheint unaufhaltsam. Im Vorjahr übertraf der weltweite Verkauf mit 307 Millionen Flaschen erstmals jenen des französischen Rivalen Champagner. Dessen Absatz summierte sich laut Schätzungen auf 304 Millionen Flaschen. Nach Angaben des italienischen Institutes für Weinwirtschaft (Osservatorio economico italiano dei vini) beliefen sich die mittels Prosecco erwirtschafteten Umsätze im abgelaufenen Jahr 2013 knapp über drei Milliarden Euro. Der Export ist mengenmäßig um 11,5 Prozent gestiegen auf 277,6 Millionen Flaschen. Wertmäßig kommt das einem Zuwachs um satte 16 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro gleich.

Offensichtlich hinkt der Prosecco Umsatz dem französischen Namensgeber des Schaumweins nur noch in einem Segment deutlich hinterher: Dem in hohen und höchsten Preisklassen angesiedelten Champagner. Winzer Francesco Zonin bestätigt jedoch unterschiedliche Entwicklungen. Während sich der italienische Schaum- und Perlwein seit Jahren im Aufschwung befindet, kriselt es in der Champagne.

Zwar hat sich die allgemeine Verbrauchskrise in Italien auch auf den Prosecco, insbesondere auf Mittelpreisprodukte ausgewirkt. Niedrigpreisprodukte punkten aber ebenso wie der Qualitäts-Prosecco mit Preisen von über fünf Euro pro Flasche. Doc und Docg Prosecco haben im Vorjahr mit einem Exportplus von 24 Prozent Rekordergebnisse geschrieben. Die Aussichten für 2014 sind mit einem weltweiten Absatzziel von 330 Millionen Flaschen mehr als rosig. Nicht zuletzt wegen des Booms in den Vereinigten Staaten von Amerika. In den USA sei Prosecco - laut Zonin - ein Synonym für italienischen Lebensstil. Und dieser sei - so beweist auch die Oscar-Prämierung des Films La grande Bellezza - derzeit stark nachgefragt.

An so viel Beliebtheit dürfte wohl auch die österreichische Sektsteuer nichts ändern. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, DER STANDARD, 10.3.2014)

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