OSZE-Medienbeauftragte: "Extreme Zensur" auf der Krim

9. März 2014, 16:32
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Mijatovic prangert Angriffe auf Journalisten an

Wien/Kiew - Die Beauftragte für Medienfreiheit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Dunja Mijatovic, hat die Schließung ukrainischer TV-Sender sowie Angriffe auf Journalisten auf der Halbinsel Krim verurteilt. In einer Aussendung sprach Mijatovic am Samstag von "extremer Zensur".

"Die extreme Zensur, die Schließung von Medienhäusern sowie Angriffe und Einschüchterungen von Journalisten muss sofort gestoppt werden", erklärte die Medienbeauftragte. Sie forderte ungehinderten Zugang zur Quellenvielfalt und warnte vor Propaganda. Die pro-russische Krim-Regierung will am Sonntag nächster Woche ein Referendum über den Anschluss der Krim an Russland abhalten.

Journalisten bedroht

Laut Mijatovic wurden in den vergangenen Tagen die terrestrischen Signale ukrainischer TV-Sender auf der Krim gekappt. Stattdessen sind nun russische Sender zu sehen. Mehrere Journalisten, die über die Lage berichteten wurden demnach bedroht oder angegriffen, darunter Mitarbeiter der Sender BBC und CNN oder der Nachrichtenagentur AP.

Die Lage auf der Krim ist seit Tagen gespannt. Nach dem pro-westlichen Machtwechsel in Kiew übernahm Russland faktisch die Kontrolle über die Halbinsel, die Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte ist. Russische Sicherheitskräfte in Uniformen ohne Abzeichen haben die Kasernen des ukrainischen Militärs auf der Halbinsel umstellt. Die Regionalregierung will sich Russland anschließen und hat die ukrainischen Soldaten aufgefordert, ihre Stützpunkte den Russen zu übergeben. (APA, 9.3.2014)

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