Bitcoin: Kursanstieg trotz dramatischer Woche

9. März 2014, 15:03
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Insolvenzen, Hackerangriffe und die vermeintliche Enttarnung seines Erfinders beeindruckten Bitcoin-Kurs nicht

Die vergangenen Tage hatten es für die Bitcoin-Community in sich: Zuerst wurde bekannt, dass die einst größte Bitcoin-Börse der Welt, Mt. Gox, Insolvenz einreichen und Bitcoins im Wert von bis zu 470 Millionen Dollar als "verloren" einstufen musste. Darauf folgte ein Angriff auf eine weitere Bitcoin-Börse, Flexcoin. Vergangenen Donnerstag wurde dann die Chefin einer dritten Bitcoin-Börse, First Meta, tot in Singapur aufgefunden. Stunden später erschien eine Newsweek-Story, in der angeblich der Erfinder der Bitcoins, Sakashi Nakamoto, der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Kursanstieg um zehn Prozent

Genügend Ereignisse also, um den Kurs der digitalen Währung auf Sinkflug zu schicken oder zumindest starke Schwankungen zu erzeugen. Möchte man zumindest glauben – tatsächlich stieg der Wert eines Bitcoins in den vergangen sieben Tagen sogar um mehr als zehn Prozent. „Bitcoins funktionieren sehr gut", erklärt der Kryptographe Matthew Green gegenüber der Washington Post, "diese ganze Verrücktheit hat nichts mit Bitcoin zu tun, nur mit Menschen." Für Green, der selbst an einer digitalen Währung arbeitet, werde das System zusehends akzeptiert.

Wilder Westen

Andere sehen Bitcoin weniger positiv: "Es ist komplett wie im Wilden Westen", so Garth Bruen von der Digital Citizens Alliance, einer Initiative gegen Cyberkriminalität. "Sehr viele Menschen werden mit Bitcoin reich, sehr viele Menschen stehlen", so Bruen. Die Bitcoin-Community verweist allerdings darauf, dass jeder Bitcoin mit einem einzigartigen kryptographischen Code gekennzeichnet sei, sodass Diebstähle theoretisch verfolgt werden könnten. Dennoch kam es in letzter Zeit immer wieder zu Hackerangriffen gegen sogenannte "Hot Wallets", vergleichbar mit Bankdepots.

Sichere Bitcoin-Börsen

Dabei sind Banken genau das, worauf Bitcoin verzichten möchte: Der Handel passiert zwischen einzelnen Individuen, die Transaktionen werden dabei mit einer sogenannten "Block chain" protokolliert. Eine Reihe an Hedgefonds investieren mittlerweile in Bitcoin und helfen momentan dabei, sichere Bitcoin-Börsen aufzubauen, in denen das virtuelle Geld gelagert oder in "echte" Währungen umgetauscht werden kann. (fsc, derStandard.at, 9.3.2014)

  • Der Bitcoin-Kurs zeigt sich von den dramatischen Ereignissen unbeeindruckt
    foto: reuters/jim urquhart

    Der Bitcoin-Kurs zeigt sich von den dramatischen Ereignissen unbeeindruckt

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