30 Bürgermeister stehen de facto schon fest

9. März 2014, 12:28
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Keine Gegenkandidaten in jeder vierten Salzburger Gemeinde - Erste Ergebnisse

Salzburg - Um 6.30 öffneten in Salzburg die ersten Wahllokale. Rund 420.000 Wahlberechtigte dürfen heute ihre Gemeindevertretungen und Bürgermeister in den 119 Gemeinden wählen. In 30 Gemeinden haben sie allerdings keine Auswahl, da nur jeweils ein einziger Bürgermeisterkandidat nominiert wurde. Somit ist in jeder vierten Salzburger Gemeinde die Bürgermeisterwahl de facto schon im Vorfeld entschieden.

Einzige Voraussetzung ohne Gegenkandidat zum Bürgermeister gewählt zu werden ist, mehr als die Hälfte der Ja-Stimmen zu erhalten. In Gemeinden mit nur einem Kandidaten wird die Zustimmung zum Bürgermeister nur mit Ja oder Nein abgestimmt. Bei der Gemeindevertretungswahl müssen sie zudem ein Mandat erzielen, wovon freilich ausgegangen werden kann.

Schwarze Hochburgen ohne Gegenkandidaten

29 Gemeinden haben einen ÖVP-Kandidaten ohne Gegner, darunter auch große Gemeinden wie Bergheim (Flachgau), Lamprechtshausen (Flachgau), Saalbach-Hinterglemm (Pinzgau) oder Altenmarkt (Pongau). Der Bürgermeister der schwarzen Hochburg Göming im nördlichen Flachgau, Werner Fritz, hatte überhaupt noch nie einen Gegenkandidaten.

Auch für die beiden jüngsten ÖVP-Kandidaten, Hannes Schernthaler (27) aus Fusch und Alois Hasenauer (29) aus Saalbach-Hinterglemm, haben sich keine Gegner gefunden. In der Gemeinde Lend tritt mit Peter Eder der einzige SPÖ-Kandidat ohne Gegner an.

Zahl der gegnerlosen Bürgermeister gestiegen

In einigen Gemeinden überrascht es, dass die Bürgermeister ohne Gegner bleiben, da die Mehrheitsverhältnisse in den Gemeindevertretungen keineswegs so eindeutig wären. In der 400-Einwohner Gemeinde Forstau im Pongau etwa steht einzig ÖVP-Bürgermeister Josef Buchsteiner zur Wahl. In der Gemeindevertretung aber sind ÖVP, SPÖ und FPÖ jeweils mit drei Mandaten vertreten.

Seit der letzten Gemeinderatswahl ist die Zahl der gegnerlosen Bürgermeister übrigens gestiegen. 2009 waren es noch 22 Gemeinden, in denen kein Gegenkandidat antrat. Was vermuten lässt, dass es immer schwieriger wird, Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters zu finden. 

Erste Ergebnisse eingetroffen

Das erste Ergebnis der Gemeinderatswahlen in Salzburg kam um 13:35 Uhr aus der Pinzgauer Gemeinde Weißbach bei Lofer. Die FPÖ verliert in der 400-Einwohner-Gemeinde 5,8 Prozentpunkte an Rot und Schwarz. Die ÖVP von Bürgermeister Josef Hohenwarter wurde stärkste Partei. Hohenwarter, der erstmals mit zwei Gegenkandidaten antrat, bleibt Bürgermeister.

In der Flachgauer Gemeinde Hintersee verlor die FPÖ 13 Prozentpunkte und ein Mandat im Gemeinderat. Das Mandat wandert zur ÖVP, die auch die absolute Mehrheit (57,7%) gewinnen konnte. Auch in der Lungauer Gemeinde Thomatal verliert die FPÖ vier Prozentpunkte an die ÖVP Liste Thomatal.

Alle aktuellen Ergebnisse der einzelnen Gemeinden sind auf der Ergebnisseite des Lands Salzburg abrufbar.

Bürgermeisterwechsel in Ramingstein

Bisher ist ein Machtwechsel in den Gemeinden zu verzeichnen. In der Lungauer Gemeinde Ramingstein, wo ein geplantes Muhrkraftwerk für Streit gesorgt hat, wurde der SPÖ-Bürgermeister Franz Winkler abgewählt. Er verlor knapp gegen Peter Rotschopf von der ÖVP. Auch in der Gemeindevertretung verlor die SPÖ zwei Mandate, je eines wanderte zu ÖVP und FPÖ.

Umgefärbt

Die Gemeindevertretung von Weißpriach im Lungau wurde von schwarz auf blau umgefärbt. Die verlorenen 15 Prozentpunkte der ÖVP wanderten zu den Freiheitlichen, die nun mit 40,1 Prozent der Stimmen auf Platz eins liegen. Bürgermeister bleibt aber Peter Bogensperger von der ÖVP. Er trat ohne Gegenkandidat zur Wahl an.(Stefanie Ruep, derStandard.at, 9.3.2014)

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