Bremen befreit sich, Harnik hat neuen Trainer

8. März 2014, 17:56
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Werder schlägt Nürnberg mit 2:0 und gewinnt Abstand zum Tabellenende - Stuttgart entlässt nach Remis gegen Braunschweig Trainer Schneider - Stevens kommt

Trainer Thomas Schneider hat mit dem VfB Stuttgart den Befreiungsschlag in der deutschen Fußball-Bundesliga verpasst und muss weiter um seinen Job bangen. Die Schwaben kamen am Samstag im Kellerduell gegen Eintracht Braunschweig nicht über ein 2:2 hinaus. ÖFB-Teamspieler Martin Harnik war mit einem Tor und einem Assist herausragend. Tabellenführer Bayern München deklassierte Wolfsburg mit 6:1.

Selbst gegen das Schlusslicht aus Braunschweig schaffte der krisengeschüttelte VfB keinen Sieg. Dass Stuttgart nach zuletzt acht Niederlagen in Serie zumindest einen Punkt holte, hatten die Schwaben vor allem Harnik zu verdanken. Der ÖFB-Teamspieler bereitete den Ausgleichstreffer zum 1:1 von Maxim vor (30.) und brachte Stuttgart fünf Minuten später mit einem schönen Treffer in Führung (35.). Zudem holte Harnik einen Elfmeter heraus, den Gentner aber nicht verwerten konnte (52.). So kam Braunschweig in der erst zum zweiten Mal in dieser Saison ausverkauften Mercedes-Benz Arena durch Bicakcic (82.) doch noch zu einem Punkt.

Die "Mechanismen" der Branche bleiben aber freilich unbarmherzig. Der VfB trennte sich daraufhin von Trainer Thomas Schneider und gab zudem bekannt, dass Ex-Salzburg-Trainer Huub Stevens das Ruder übernimmt. Schneider ist der sechste Trainer in Deutschlands Oberhaus, der diese Saison vorzeitig gehen musste. Bei Stuttgart hatte zuvor auch schon Bruno Labbadia nach einem schwachen Saisonstart seinen Job verloren. Wechsel gab es zudem beim HSV (Bert van Marwijk für Thorsten Fink/Mirko Slomka für Van Marwijk), Nürnberg (Gertjan Verbeek für Michael Wiesinger) und Hannover (Tayfun Korkut für Mirko Slomka).

Stevens hat Erfahrung im Abstiegskampf aus seiner Zeit in Hamburg, als er den HSV in einer ähnlich misslichen Situation einst zum Klassenerhalt führte. Der 60-Jährige war erst vergangene Woche beim griechischen Erstligisten PAOK Saloniki entlassen worden. "Ich bin seit ein paar Tagen wieder in Eindhoven und merke: Ich brenne, ich bin richtig heiß", sagte Stevens in einem Interview auf "www.sport1.de". Laut Bobic läuft die Zusammenarbeit mit Stevens vorerst bis Saisonende. Stevens hat laut eigenen Angaben aber noch keinen Vertrag unterschrieben.

Bremen atmet

Werder Bremen hat unterdessen den nächsten großen Schritt zur Rettung gemacht und den 1. FC Nürnberg wieder in größere Abstiegsnöte gestürzt. Die kampfstarken und im Abschluss effektiven Hanseaten siegten durch die Treffer von di Santo (40.) und Bargfrede (68.) auswärts mit 2:0 und verschafften sich mit 28 Punkten ein Polster von acht Zählern auf den Relegationsrang.Die ÖFB-Teamspieler Sebastian Prödl, der in der zentralen Abwehr eine starke Leistung bot, und Zlatko Junuzovic spielten bei Bremen durch.

Der "Club", der weiterhin 23 Zähler auf dem Konto hat, schlug sich auch selbst: An beiden Toren war der erstmals in der Startelf aufgebotene Spanier José Campana mit Ballverlusten im Mittelfeld entscheidend beteiligt.

Bayern spät zum Kantersieg

Die Rekordjagd der Bayern ging dagegen dank eines fulminanten Schlussspurts unbeirrt weiter. Shaqiri (26.), Müller (63., 78.), Mandzukic (66., 80.) und Ribery (71.) bescherten den erstmals seit langem wieder richtig geforderten Bayern den 16. Sieg in Serie. Das war zuvor noch nie einem Team gelungen. Naldo (17.) hatte die Niedersachsen in einem tollen Fußballspiel in Führung gebracht.

Erstmals in der Clubgeschichte blieb der deutsche Rekordmeister, für den David Alaba wieder durchspielte, auch in den ersten 24 Spielen einer Saison ungeschlagen. Danach sah es allerdings lange Zeit nicht unbedingt aus. Das deutliche Ergebnis täuscht über den tatsächlichen Spielverlauf hinweg. Erst durch die starken Leistungen der eingewechselten Thiago und den früheren Wolfsburger Mandzukic drehte das Team von Trainer Pep Guardiola das Spiel, in dem sie lange Zeit nicht spielbestimmend gewesen waren.

Gladbach verzweifelt

Der Vorsprung auf Rivale Borussia Dortmund, der am Sonntag beim SC Freiburg gastiert, beträgt damit vorerst 23 Punkte. Hinter den Bayern (68) spitzt sich der Kampf um die Champions-League-Plätze zu, zumal die Krise bei Bayer Leverkusen anhält. Der Tabellendritte kam bei Hannover 96 nicht über ein 1:1 hinaus und blieb damit in neun seiner letzten elf Pflichtspielen ohne Sieg. Mit 44 Punkten liegt Bayer nun gleichauf mit Schalke (4:0 gegen Hoffenheim).

Borussia Mönchengladbach, als Dritter noch in die Winterpause gegangen, wartet weiter auf den ersten Sieg 2014 und fiel auf Rang acht zurück. Die Borussia kassierte mit Martin Stranzl eine 1:2-Niederlage beim FC Augsburg, für den Torhüter Alexander Manninger eine starke Partie ablieferte. Augsburg schob sich damit auf Platz sechs vor. (APA, 08.03.2014)

  • Harnik und Stuttgart können nicht aufatmen.
    foto: apa/epa/maurer

    Harnik und Stuttgart können nicht aufatmen.

  • Locker easy.
    foto: reuters/bensch

    Locker easy.

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