Rechtsextremist Jarosch will Präsident werden

8. März 2014, 20:44
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"Rechter Sektor": "Wir bleiben die Führer dieser Revolution"

Kiew - Der Chef der ultra-nationalistischen Bewegung Rechter Sektor in der Ukraine, Dmitro Jarosch, hat angekündigt, bei der Präsidentenwahl am 25. Mai anzutreten. Der Übergangsregierung, warf der 42-Jährige am Samstag vor, unprofessionell zu arbeiten und das Vertrauen der Bevölkerung zu verlieren. Auch an der zeitgleich stattfindenden Bürgermeisterwahl in der ukrainischen Hauptstadt und an den landesweiten Kommunalwahlen werde die Organisation teilnehmen.

Vizeminister

Jarosch gehört als Vizeminister für Nationale Sicherheit selbst der Interimsregierung an, die sich nach dem Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch bildete. Jarosch verlangt das Verbot der Partei Janukowitschs und der Kommunistischen Partei.

"Führer der Revolution"

"Wir bleiben die Führer dieser Revolution", so Parteisprecher Tarasenko. Sollte es zum Krieg mit Russland kommen, werde seine Bewegung kämpfen: "Wir mobilisieren, wir bereiten uns auf eine fremde Aggression vor." Der Rechte Sektor werde sich auf einem Kongress am 15. März in eine politische Partei umwandeln.

Die russische Justiz hat vor einigen Tagen Ermittlungen gegen Jarosch wegen Terrorismus eingeleitet und sucht ihn per Haftbefehl. Der Rechte Sektor, der rechts von der ultranationalistischen Partei Swoboda (Freiheit) steht, spielte bei den Protesten auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) in Kiew mit seinen bewaffneten Milizen eine wichtige Rolle bei der Eskalation der Gewalt.

Prawy Sektor, eine Art Bündnis gewalttätiger extrem rechter Organisationen, ist aus Jaroschs Gruppe Trisub (Dreizack) hervorgegangen, die sich insbesondere durch Angriffe auf Homosexuelle hervortat. Wie Swoboda sieht sich auch der Rechte Sektor in der Tradition des Nazi-Kollaborateurs Stepan Bandera und dessen Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), die für Massenmorde vor allem an jüdischen Ukrainern und Polen verantwortlich ist. (APA, 7.3.2014)

  • Dmitri Jarosch (unten) bei einer Kundgebung in Kiew.
    foto: reuters/mdzinarishvili

    Dmitri Jarosch (unten) bei einer Kundgebung in Kiew.

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