Neue KAG Chefs: Raiffeisen-Umbau startet

7. März 2014, 17:29
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Kapitalanlagegesellschaft: Neue Chefs für neue Strategie

Wien - Die Umbauarbeiten im Raiffeisensektor gehen weiter, in der Kapitalanlagegesellschaft Raiffeisen KAG beginnen sie sich Ende März zu materialisieren. Zunächst in einer Umbesetzung des Vorstands, der die neue Strategie umsetzen soll, die "Konzentration aufs Kerngeschäft". Die personelle Umgestaltung wurde am Freitag offiziell bekannt gegeben: Die bisherigen Vorstandsmitglieder Gerhard Aigner und Mathias Bauer gehen, ihr Kollege Dieter Aigner bleibt - ihm zur Seite gestellt werden Michael Höllerer und Rainer Schnabl. Er kommt von der RLB Oberösterreich.

Vertrauensmann

Höllerer bleibt aber Generalsekretär der KAG-Mutter Raiffeisen Zentralbank (RZB) und somit "rechte Hand" von RZB-Chef Walter Rothensteiner. In der KAG, wo er für die Finanzen zuständig sein wird, bekommt er also seinen ersten operativen Führungsjob. Höllerer kam von der Aufsicht (FMA) ins RZB-Vorstandssekretariat, danach war er unter den Finanzministern Josef Pröll und Maria Fekter im Kabinett für Kapital- und Finanzmarktfragen zuständig. 2012 kehrte er dann als Generalsekretär unters Giebelkreuz zurück.

Seine jetzige Bestellung macht die Neuausrichtung des Sektors in Richtung Zentralisierung und Konzentration deutlich (läuft intern unter dem Projekttitel "ZukunftPlus). Die RZB hat ihre Beteiligungen an acht "Spezialgeselschaften" aufgestockt (und die Landesbanken ausgekauft) und legt diese nun an die Kandare. Zu diesen Töchtern mit ihren 1200 Mitarbeitern gehören etwa Bausparkasse, Leasing, Valida Pensionskasse, Wohnbau- und Factorbank. Und eben die KAG, die nun zu hundert (früher: 50) Prozent der RZB gehört.

Raiffeisen-intern begründete man die Zentralisierung damit, dass "die Gesellschaften ein zu starkes Eigenleben entwickelt haben" - und es geht um Einsparungen. RZB-Vorstandsmitglied Johannes Schuster beschrieb das Ziel im vorigen Herbst so: 25 Mio. Euro pro Jahr sollen eingespart werden und zehn Prozent der Stellen.

Die Kapitalanlagegesellschaft beschäftigt rund 320 Mitarbeiter und hat per Ende 2012 rund 28,5 Milliarden Euro an Fondsvolumen verwaltet. Künftig soll sie sich auf weniger Märkte und Produkte konzentrieren; angeblich gab es darüber aber Streit im Vorstand. Der Chef-Austausch wird daher sektorintern von manchen als "Schuss vor den Bug von Leuten, die bei der Strategieänderung bremsen" interpretiert. Raiffeisen-Sprecherin Ingrid Krenn-Ditz will das so nicht verstanden wissen: "Die beiden scheidenden Vorstandsmitglieder wollten die Umsetzung der neuen Strategie einem jungen Team überlassen." (Renate Graber, DER STANDARD, 8.3.2014)

  • Noch nicht am Ziel: Der Raiffeisensektor baut weiter um.
    foto: reuters/bader

    Noch nicht am Ziel: Der Raiffeisensektor baut weiter um.

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