25 Jahre WWW: Eine Erfindung, die die Welt veränderte

Ansichtssache7. März 2014, 18:28
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Seit 25 Jahren gibt es das World Wide Web, das für Millionen von Menschen die zentrale Informationsplattform ist. Medienkünstler Julian Palacz gestaltete den Schwerpunkt zum Thema grafisch mit

foto: julian palacz

Der Künstler Julian Palacz beschäftigt sich mit maschinell angehäuften Daten, etwa aus Überwachungsvideos oder Suchmaschinen: Hier ein Werk aus der Serie "Suchergebnisse 2nd Edition".

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foto: julian palacz

"Surveillance Studies #1": Für seine "Überwachungsstudien" untersucht der junge österreichische Künstler einminütige Videos von Überwachungskameras mithilfe eines Computeralgorithmus auf sich bewegende Objekte wie Personen, Autos oder Fahrräder. Die gesammelten Daten der Objekte in Bewegung werden mit feinen schwarzen Linien auf Transparentpapier illustriert, die Bewegung im Video wird destilliert. Im Ausstellungskontext zeigt ein kleiner Monitor zusätzlich das Originalvideo.

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foto: julian palacz

Palacz' Video "Mao Yuans" wurde mit einer Kamera mit Gesichtserkennung gefilmt. Der Bildsucher findet das Gesicht Mao Zedongs auf vielen unterschiedlichen Renminbi-Yuan-Geldscheinen.

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foto: julian palacz

"Vogelspuren im Schnee": In dieser Werkserie des Medienkünstlers wird die Bewegung eines Computermauszeigers aufgezeichnet. Hier im Bild die digitalen Spuren von Fotografin Sue.

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foto: julian palacz

"Vogelspuren im Schnee" - auf den Spuren von Mischan: Palacz' künstlerische Intervention machte aus dem digitalen Gestenprotokoll der Computermaus des Programmierers ein filigranes Bild.

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"Content Type Image": Für die Arbeit "Inhaltstyp Bild" wurde auf Julian Palacz' Computer ein Programm installiert, das alle vom Künstler besuchten Internetseiten chronologisch speicherte. Daraus entstanden ist dann ein "Bilderbuch". Auf einer Buchseite haben fast 300 Bilder Platz. Nur zweieinhalb Monate "Internetleben" von Julian Palacz reichten, um 538 Seiten zu bedrucken.

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foto: julian palacz

Ein Österreich-Bild aus Tausenden von Bildern - dunkle Abgründe inklusive: Für das Bildermosaik "This is Austria" hat der in Wien und in der Steiermark arbeitende Medienkünstler mehr als 3000 Kader (Einzelbilder) aus österreichischen Filmen zusammengesetzt.

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foto: julian palacz

"whitehouse": Alle Presseaussendungen des Weißen Hauses sind online verfügbar. Julian Palacz visualisierte Hunderte mittels eines Algorithmus. Die Texte wurden in einzelne Wörter zerlegt und dann in zufälliger Skalierung, Position und Rotierung auf der Zeichenfläche angeordnet.

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"Hello (again)" oder – Hommage à Steve Jobs und Macintosh: Mittels eines Scripts wird der legendäre Schriftzug "hello" auf den Schreibtisch der Mac-Benutzer zurückgebracht. Wer dieses "hello" haben will, kann auf julian.palacz.at das Skript herunterladen. Keine Bange - die Icons werden wieder auf die Originalposition zurückgestellt.

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"Gegenwind" – aus der Reihe "Suchergebnisse 2nd Edition": Was könnten Zeicheneinheiten einer digitalen Formensprache sein? Pixel und Vektor vielleicht. Dabei platziert ein Algorithmus Textfragmente so, dass sie aus einiger Entfernung wieder das ursprünglich gesuchte Wort erkennen lassen.

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"Ich-Aktie": In der Werkreihe "Ich und die Bank" legt der Künstler seine Kontobewegungen über zwei Jahre detailliert offen. Jede/r kann sehen, wann er mit der Bahn gefahren ist oder Geld vom Bankomaten geholt hat. Immer wieder stürzt der Aktienkurs in die Tiefe und wird durch "rettende Zahlungen" wieder stabilisiert. Palacz' Werk eröffnet "Einblick nicht nur in mein Konto, sondern auch in mein Leben".

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Julian Palacz beschäftigt sich unter anderem mit den Möglichkeiten des Zeichnens auf einer digitalen "Leinwand". Für seine Arbeiten aus der Reihe "Suchergebnisse" imitiert er Pinsel und deren Zeicheneigenschaften mithilfe spezieller Algorithmen.

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"Ich Du Er Sie Es": Ein Skript durchsucht alle E-Mails des Künstlers seit 2007 nach den Wörtern Ich, Du, Er, Sie, Es und montiert das Ergebnis mit den drei folgenden Wörtern auf der Zeichenfläche.

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Was Überwachung bedeuten kann, hat Palacz in Schanghai, wo er ein halbes Jahr gelebt hat, beobachten können. Für die Serie "Surveillance Studies #1" bildeten einminütige Überwachungsvideos die Basis.

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HALT: Auf der Suche nach Zeicheneinheiten einer digitalen Formensprache entwickelte er die Werkserie "Suchergebnisse".

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Kleinere Augen, vollere Lippen: Für "Improving Art History" nutzte Palacz das Retuscheprogramm "Portrait Professional 9", dem das menschliche Schönheitsideal "beigebracht" wurde – hier am Beispiel von Francesco Clementes "New York Muses".

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In der Werkserie "Suchergebnisse" bilden Beschreibungen der gesuchten Wörter und URLs (lange Pinselstriche) den Hintergrund, Domainnamen (kurze Pinselstriche) zeichnen in komplementärer Farbe die Details des Bildes – den Suchbegriff. (DER STANDARD, 8./9.3.2014)

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