EU beobachtet wachsende Marktmacht in Telekombranche genau

7. März 2014, 16:27
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Hoffnungen der Telekombranche auf große Übernahmen wie der von E-Plus durch Telefonica Deutschland gedämpft

EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia hat die Hoffnungen der Telekombranche auf große Übernahmen wie der von E-Plus durch Telefonica Deutschland gedämpft. Wenn weniger und dafür größere Unternehmen erlaubt würden, stärke das deren Marktmacht, sagte Almunia in Kapstadt laut Redetext. Jede Übernahme zwischen Telekomfirmen werde deshalb unter dem Gesichtspunkt geprüft, welche Auswirkungen das auf den Markt im jeweiligen Land und nicht auf den der gesamten EU habe. Zur Begründung verwies Almunia auf die weiterhin bestehenden Hürden auf dem Weg zu einem einheitlichen EU-Binnenmarkt.

Telefonica Deutschland und der KPN-Tochter E-Plus

Die Kommission prüft derzeit die 8,6 Milliarden Euro schwere Fusion von Telefonica Deutschland und der KPN-Tochter E-Plus und will bis zum 19. Mai eine Entscheidung fällen. Falls der spanische Konzern Zugeständnisse anbietet, könnte diese Frist verlängert werden.

Große Anbieter wie die Deutsche Telekom, der französische Konzern Orange oder Vodafone forderten in einem Brief Almunias Kollegin Neelie Kroes auf, die Übernahmeregeln in der EU zu vereinfachen. Die Branche macht für den schleppenden Ausbau des schnelleren 4G-Netzwerks und der Verlegung von Glasfaserkabeln auch rigide Fusionsregeln verantwortlich. Größere Anbieter könnten nach ihrer Argumentation mehr Geld in den Ausbau der Infrastruktur stecken. Ein Sprecher der für den Telekommarkt zuständigen EU-Kommissarin Kroes sagte lediglich, man stimme darin überein, dass in dem Sektor ein gemeinsamer Binnenmarkt geschaffen werden müsse. (Reuters, 7.3. 2014)

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