Frauen riskieren massive Lücke in der Altersvorsorge

7. März 2014, 16:32
posten

Erste Bank: Verdienst um fast 40 Prozent unter jenem der Männer - Fast jede zweite Berufstätige arbeitet Teilzeit - Hinzu kommen Karenzzeiten mit geringem Einkommen

Wien - Karenzzeiten und Teilzeitarbeit reißen auch ein große Lücke in den Pensionsanspruch, warnte die Erste Bank am Freitag. In Österreich verdienen Frauen laut Statistik Austria um rund 40 Prozent weniger als Männer. Fast jede zweite berufstätige Frau arbeitet Teilzeit, aber nur knapp jeder zehnte Mann.

Spätestens im Alter mache sich eine minimale Vorsorge bei den Pensionszahlungen bemerkbar, betonten die Finanzexperten im Vorfeld des Weltfrauentages. "Besonders Frauen sollten früh mit ihrer Vorsorge beginnen - idealerweise gleich mit dem ersten Gehalt", rät Erste-Bank-Vertriebsleiterin Birte Quitt.

Richtig vorsorgen heiße auch, über die finanzielle Situation in einer Partnerschaft Bescheid zu wissen. Finanzielle Unabhängigkeit anzustreben, stehe nicht im Widerspruch zu einer guten Beziehung und habe nichts mit Misstrauen zu tun, betonte Quitt. Vom täglichen Finanzleben bis hin zur Vorsorge im Alter sollten eigentlich beide Partner voneinander unabhängig sein.

"Am wichtigsten ist, dass man die allfälligen Kosten bespricht und alle Karten offen auf den Tisch legt - vor allem wenn es nur einen Hauptverdiener gibt", teilte die Anlegeberaterin in einer Aussendung mit. "Falls ihr Mann der Alleinverdiener im Haushalt ist, sprechen sie ihn an, auch ihren Sparstrumpf zu füllen", rät die Expertin.

Drei Viertel der in einer Beziehung lebenden Österreicherinnen sind einer aktuellen Umfrage der Erste Bank zufolge nicht die Hauptverdienerin. Und 81 Prozent davon könnten ihren derzeitigen Lebensstandard ohne ihren Partner nicht aufrechterhalten.

Nur jede Fünfte verdient so viel wie ihr Partner - der Hauptgrund für den Gehaltsunterschied sind den Angaben zufolge vor allem Teilzeitanstellungen.

59 Prozent der Österreicher, die in einer Beziehung leben, haben streng getrennte Konten, geht aus der Umfrage hervor. Ein Fünftel führt nur ein Gemeinschaftskonto und ein weiteres Fünftel hat beides: ein Konto für die gemeinsamen Kosten und zusätzlich getrennte Konten.

In zwei von fünf Partnerschaften verwalten die Frauen die gemeinsamen Einnahmen und Kosten im Haushalt. In ebenso vielen teilen sich die Partner die Verantwortung. "Jeder sollte wissen, wie viel Geld wird im Monat verbraucht und wie viel liegt für Notfälle eigentlich auf der Seite", so Quitt.

Generell sind die Österreicher bei ihren Geldangelegenheiten konservativ und auf Sicherheit bedacht. 80 Prozent besitzen ein Sparbuch und 69 Prozent zahlen in einen Bausparer ein. Auf Aktien, Anleihen und Fonds setzen nur 31 Prozent der Männer und 26 Prozent der Frauen. Für Notfälle sollten rund drei Monatsgehälter frei verfügbar sein, so der generelle Rat der Banker. (APA, 7.3.2014)

Share if you care.