Wovor Monster sich fürchten

10. März 2014, 14:24
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Auf amüsante Weise beschreibt Moni Port den Tag-Nacht-Zyklus eines Kinderzimmers und dessen Bewohner

Die Angst geht im Zimmer um: "Mama ... immer wenn es hell wird, kommen die Kinder!", fürchtet sich das kleine Monster. "... ich hab dir doch schon hundertmal gesagt, es gibt keine Kinder!", beruhigt die Mutter. Sie weiß es nicht besser. Denn immer, wenn die Monster schlafen, wacht das Kind erst auf. Es zieht sich an, spielt und lacht im Zimmer. In seinem Zimmer! Und es verpasst das Monster.

Es gibt keine Kinder! von Moni Port, ein Gute-Nacht-Büchlein für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr, beschreibt diesen Zyklus auf sehr lustige Art und Weise. Auf der ersten Seite ist alles - bis auf ein Augenpaar - schwarz, erst nach und nach zieht der Tag ein, der Schleier über den Illustrationen lüftet sich.

Der vierjährige Testleser zu Hause war von diesem kleinen Buch jedenfalls begeistert, es musste dreimal hintereinander gelesen werden. Aber ehrlicherweise muss gesagt werden: Das dauert nicht wirklich lange. Aber doch lange genug, um ganz kleine Kinder bei der Stange zu halten. Nicht, dass sie den lustigen Schluss versäumen. Das Monsterkind bleibt nämlich bis zuletzt skeptisch: "Und wenn es doch welche gibt?" Dann, als der Bub aufsteht, ist es längst wieder neben der Mutter eingeschlafen. Dabei ist er mit diesen Sorgen nicht allein. Das Menschenkind plagen nämlich ähnliche Fragen: "Mama ... immer wenn es dunkel wird, kommen die Monster!" (Peter Mayr, DER STANDARD, 8.3.2014)

Moni Port
Es gibt keine Kinder!
Klett-Verlag 2014
24 Seiten, 12,30 Euro

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