Nach Enthüllung: Bitcoin-Community übt heftige Kritik an "Newsweek"

7. März 2014, 09:50
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"Sie bringen sein Leben in Gefahr"

Wochenlang verbrachte eine Newsweek-Reporterin damit, den oder die Erfinder hinter der Kryptowährung Bitcoin zu finden, die in den vergangenen Wochen oft in den Schlagzeilen war. In einem Vorort von San Francisco wurde sie mit Satoshi Nakamoto fündig – so dachte sie jedenfalls.

Dieser dementiert den Bericht mittlerweile und gibt an, erst vor drei Wochen überhaupt von der Existenz von Bitcoins erfahren zu haben. Derweilen hat sich in der Bitcoin-Community Unmut über den Newsweek-Artikel breit gemacht. Gegen das Medium werden schwere Anschuldigungen erhoben, wie bei Slashdot und im Bitcoin Talk-Forum nachgelesen werden kann.

"Sie bringen sein Leben in Gefahr"

Satoshi Nakamoto ist ein 64-jähriger Amerikaner mit japanischen Wurzeln, der einst für das US-Militär gearbeitet haben soll und sich heute gerne mit Modelleisenbahnen beschäftigt. Er wohnt in einem Vorort von Los Angeles und soll über ein Bitcoin-Vermögen mit dem ungefähren Gegenwert von 400 Millionen Dollar verfügen. Zusätzlich zu seinem Echtnamen liefert das Medium ein Foto seines Hauses und ihm selbst.

"Wirklich, sie bringen sein Leben in Gefahr", meint dazu ein Slashdot-Leser. "Ich kann mir vorstellen, dass manche der Leute, die eine Menge Geld verlieren werden, wenn die Bitcoin-Blase platzt, ihm die Schuld geben werden, statt sich selbst", meint ein anderer.

Fragwürdige Methoden

Generell gibt es Verärgerung darüber, dass sich so viele Details über einen offensichtlich sehr privat lebenden Menschen plötzlich in der Presse gelandet sind. Newsweek selbst hatte den Kontakt über Nakamotos E-Mail-Adresse hergestellt, die man von einer Firma erhalten hatte, wo Nakamoto Modellbauteile kauft. Die Autorin hatte ursprünglich Interesse an diesem Hobby vorgegeben.

Andere bezweifelten von Anfang an, dass jener Satoshi Nakamoto aus Kalifornien die Kryptowährung ins Leben gerufen hat. Der Name war bis vor kurzem von vielen als Pseudonym für den oder die Erfinder angesehen worden.

Vermögensverteilung

Bei Whoishostingthis.com wiederum hat man versucht, die Reichtumsverteilung in der Bitcoin-Welt zu erfassen und dem globalen Verhältnis gegenüberzustellen. Das Resultat: Zumindest derzeit scheint die Distribution noch ungleicher zu sein, als es bei nicht Bitcoin-basierten Vermögen der Fall ist. (red, derStandard.at, 07.03.2014)

  • Besitzt Nakamoto wirklich Bitcoins im Gegenwert hunderter Millionen Dollar, könnte seine Enthüllung problematische Konsequenzen haben.

    Besitzt Nakamoto wirklich Bitcoins im Gegenwert hunderter Millionen Dollar, könnte seine Enthüllung problematische Konsequenzen haben.

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