Proteste in Venezuela: Polizist erschossen

7. März 2014, 11:58
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Adner Lopez Leon entfernte Barrikaden, als er beschossen wurde - Diplomatische Beziehungen zu Panama ausgesetzt

Caracas - Die seit Wochen andauernden Protesten gegen die linke Regierung Venezuelas fordern einen immer höheren Blutzoll. Der Polizist Adner Lopez Leon (26) und der Motorradtaxifahrer José Gregorio Amaris (24) wurden am Donnerstag in der Hauptstadt Caracas erschossen. Die beiden Männer waren damit beschäftigt, im Stadtteil Los Ruices von Demonstranten errichtete Barrikaden aus dem Weg zu räumen, als sie beschossen wurden.

Damit kamen seit Mitte Februar 20 Menschen bei den Unruhen ums Leben. Parlamentspräsident Diosdado Cabello machte Scharfschützen für die beiden Todesopfer am Donnerstag verantwortlich.

Regerungsanhänger beworfen

In dem Viertel war es zuvor zu massiven Tumulten gekommen. Regierungsanhänger wurden nach Medienberichten aus Fenstern und von Balkonen mit Flaschen beworfen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und gepanzerte Fahrzeuge ein. Mindestens ein Auto ging in Flammen auf.

Auf diplomatischer Ebene wurde die Krise durch eine Mitteilung des venezolanischen Außenministeriums angeheizt, das nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Panama dessen Diplomaten eine Frist von 48 Stunden zum Verlassen des Landes setzte.

Der panamaischen Vertretung in Caracas sei mitgeteilt worden, dass Botschafter Pedro Roberto Pereira Arosemena und weitere Diplomaten zu unerwünschten Personen erklärt worden seien, hieß es in der Mitteilung. Als Grund verwies der Ministerium auf "interventionistische Erklärungen" Panamas gegen Venezuela.

Panama forderte OAS-Sondersitzung

Staatschef Nicolas Maduro hatte die diplomatischen Beziehungen zu dem mittelamerikanischen Land am Mittwoch ausgesetzt und auch die wirtschaftlichen Beziehungen eingefroren. Hintergrund ist eine von Caracas massiv kritisierte Initiative Panamas für eine Sondersitzung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zu den Unruhen in Venezuela.

OAS-Generalsekretär Jose Miguel Insulza forderte einen offenen Dialog zwischen Regierung und Opposition in Venezuela, machte aber auch klar, dass sich die OAS ohne Zustimmung des betroffenen Landes, nicht einschalten könne. "Das sind die Spielregeln", sagte Insulza. (APA, 7.3.2014)

  • Caracas, 6. März 2014; Demonstranten beschießen die Polizei mit Feuerwerkskörpfern
    foto: ap/fernando llano

    Caracas, 6. März 2014; Demonstranten beschießen die Polizei mit Feuerwerkskörpfern

  • Neue Ausschreitungen in Venezuela.
    foto: reuters/carlos garcia rawlins

    Neue Ausschreitungen in Venezuela.

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