Ukrainischer Premier Jazenjuk in Wien von Cobra aufgehalten

7. März 2014, 10:09
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Sondereinheit empfing Regierungschef am Flughafen Schwechat - Pilot zeigte sich überrascht

Mit der EU hat er verhandelt, bei der NATO war er ebenfalls - schließlich hat der ukrainische Übergangspremier Arseni Jazenjuk am Donnerstag auch noch die österreichische Spezialeinheit Cobra kennen gelernt. Die ordnete an, dass die Maschine, in der der Regierungschef von Brüssel nach Wien flog, auf einem Rollfeld zum Stehen kommt. Dort nahm die Sonderheit Jazenjuk in Empfang.

Ein Linienflieger der AUA brachte Jazenjuk nach seinen hochkarätigen Gesprächen mit der EU- und der NATO-Spitze nach Wien. Von dort wollte er schließlich in seine Heimat Kiew zurückfliegen. So war der Plan, in dem die Cobra eigentlich keine Rolle spielte. Ihr spontaner Einsatz ist laut "Kurier" auf einen Terroralarm zurückzuführen. Demnach ging bei der deutschen Flugsicherung während des Fluges von Brüssel nach Wien eine Terrorwarnung ein, die sofort an die österreichischen Kollegen weitergeleitet wurde. Daraufhin wurde das entsprechende Flugzeug nicht an ein Gate, sondern auf ein abgelegenes Rollfeld beordert. Cobra-Einsatzkräfte umstellten den Flieger und ließen alle Passagiere aussteigen. Von Terroristen keine Spur, schließlich entdeckten die Polizisten Jazenjuk und meinten den Grund für die Terrorwarnung ausfindig gemacht zu haben. Wie der "Kurier" schreibt, werden russische Geheimdienstkreise hinter dem falschen Alarm vermutet, die dem proeuropäischen Politiker eins auswischen wollten.

Die "Krone" hat eine etwas andere Version veröffentlicht. Ein anonymer Anrufer hat demnach während des Fluges in Brüssel durchgegeben, dass Jazenjuk in Gefahr sei. Als Reaktion darauf wurde der ukrainische Premier von Cobra-Einheiten in Empfang genommen und ins Flughafengebäude begleitet, um sicher zum Anschlussflug zu gelangen.

Mittlerweile haben sich auch die Behörden zu Wort gemeldet. Das Stadtpolizeikommando Schwechat war von der Flughafenbetriebsleitung am Donnerstag kurz vor 19.00 Uhr in Kenntnis gesetzt worden, dass eine Bedrohung des im Anflug befindlichen Kurses OS 354 aus Brüssel vorliege. Die Flugsicherung Karlsruhe habe mit dem Kapitän Funkkontakt aufgenommen, der nur knapp geantwortet habe. Daraus sei geschlossen worden, dass eine Bedrohung durchaus einen realen Hintergrund haben könnte, zumal sich eben auch Jazenjuk mit Entourage an Bord befand.

Kapitän von Polizeipräsenz überrascht

Das Landespolizeikommando NÖ berichtete am Freitag von "vorgesehenen standardisierten Einsatzmaßnahmen", die im Zusammenwirken mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz/ Terrorismusbekämpfung und dem Einsatzkommando Cobra getroffen worden seien. Nach der Landung der Maschine sei Kontakt mit dem Kapitän aufgenommen worden, der sich "sehr überrascht" gezeigt habe, dass das Flugzeug von der Polizei empfangen wurde.

Der Pilot habe versichert, dass alles in Ordnung sei. Ein Funkspruch der Flugsicherung Karlsruhe sei nur sehr undeutlich bei ihm angekommen, deshalb habe er knapp geantwortet. Dass an Bord von OS 354 alles in Ordnung gewesen sei, hätten in der Folge auch Crewmitglieder und Passagiere bestätigt, so die Polizei. Eine Durchsuchung des Luftfahrzeugs habe ebenfalls keine Auffälligkeiten ergeben. (red/APA, derStandard.at, 7.3.2014)

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