Facebook Paper: Wie man heute Mobile Apps erfindet

15. April 2014, 17:03
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Open Source-Tool Origami ermöglicht Rapid Prototyping ohne Programmierkenntnisse

"Tilt-to-Explore" ist eine der interessanten Funktionen von Facebooks sozialem Newsreader "Paper". Es ermöglicht, durch das Neigen des Smartphones über ein Bild zu schweifen und so eine Art 3D-Effekt zu schaffen. Entwickelt wurde der Prototyp der Funktion binnen einer Nacht von Mike Matas – der eigentlich gar nicht programmieren kann.

Zum Einsatz kam ein von Facebook erarbeitetes Open Source-Tool namens Origami, das auf Apples Erfindung Quartz Composer aufbaut.

Rapid Prototyping für Apps

Software zur Gestaltung von App-Oberflächen und Definition von Funktionen gibt es zahlreich. Origami geht aber darüber hinaus. Es erlaubt das Zusammenschustern einer Programmidee als tatsächlich funktionierende Software, die auch auf einem Smartphone läuft. Damit existiert eine auch eine technische Vorlage, auf deren Basis Entwickler die Software schneller umsetzen können und sich dabei ebenfalls des Tools bedienen, erläutert Wired.

Für das Erstellen eines Software-Prototyps wird mit Widgets und Animationen gearbeitet, die alle unterschiedliche Funktionen erfüllen und auch mit Live-Daten arbeiten können. Gemäß dem WYSIWYG-Prinzip ("What You See Is What You Get") hat man das Ergebnis jederzeit im Blick. Es eliminiert den Zeitaufwand, der durch die Schleife "Programmcode bearbeiten – Kompilieren – Testen" sonst zwangsläufig entsteht.

"Ich glaube, er hätte das nie erfinden können, ohne mit solchen Werkzeugen die Machbarkeit austesten zu können", meint dazu Michael Reckhow, einer der Entwickler. Funktioniert etwas nicht zufriedenstellend, kann es mit wenigen Klicks "on-the-fly" geändert werden. Alles funktioniert so, wie man es konfiguriert und erwartet hat.

Fortschritt

Ermöglicht wurde dies auch durch den Leistungsfortschritt der Hardware. Zum Austesten einer konzipierten App muss Mata sein iPhone mit seinem Rechner verkabeln. Dass weder der Computer und vor allem nicht das Smartphone ins Stottern kommen, wird erst durch die heute verfügbare Rechenpower möglich.

Facebook hat auch andere Entwicklungstools als Open Source zugänglich gemacht, eine Praxis der auch andere Unternehmen wie Google folgen. Dies basiert aber nicht auf reiner Nächstenliebe. Durch den Einfluss der Open Source-Community erhofft man sich neue Ideen und Verbesserungen, von welchen schließlich eigene Produkte profitieren können. (red, derStandard.at, 15.04.2014)

  • Origami ermöglicht die Entwicklung von funktionstüchtigen App-Prototypen auch für Nicht-Entwickler.
 
    foto: facebook

    Origami ermöglicht die Entwicklung von funktionstüchtigen App-Prototypen auch für Nicht-Entwickler.

     

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