Warten aufs Spenderherz: Bewegung verlängert die Überlebenszeit

7. März 2014, 08:33
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Ängstliche, depressive und passive Patienten gehen das Risiko einer weiteren Verschlechterung der Leistungsfähigkeit des Herzens ein

Eine Transplantation ist für Menschen mit schwerer Herzinsuffizienz oft die einzige Hoffnung. Doch das Warten auf ein Spenderherz ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Wer körperlich aktiv bleibt und auf sein seelisches Wohlbefinden achtet, der kann seine Chancen, diese Zeit ohne weitere gravierende Schwächung des Herzens zu überleben, deutlich erhöhen. Dies fanden Gesundheitspsychologen der Universitäten Luxemburg, Mainz und San Francisco in einer neuen Studie heraus. 

"Spirale nach unten"

Rund 15 Millionen Menschen in Europa und 5,7 Millionen in den USA leiden unter einer Herzinsuffizienz - Tendenz steigend - und die Wartelisten für Transplantationen werden länger. In der neuen Studie, die in der Fachzeitschrift "Health Psychology" veröffentlicht wurde, untersuchten die Forscher die Daten von über 200 ambulanten europäischen Herzpatienten auf der Warteliste. Wie sich zeigte, hatten körperlich aktive und nicht-depressive Patienten deutlich höhere Chancen, die Wartezeit zu überleben - und dies unabhängig von der Schwere ihrer Krankheit

"Aus Angst, das kranke Herz zu belasten, bewegen sich manche Patienten kaum noch, beteiligen sich nicht mehr an Haushalt und Alltag und ziehen sich völlig zurück. Die Folge sind Isolation, Depression und weitere Verschlechterung der körperlichen Lage - eine wahre Spirale nach unten", sagt Claus Vögele, Gesundheitspsychologe an der Universität Luxemburg und einer der Autoren der Studie. Ängstliche, depressive und passive Patienten dagegen gehen das Risiko einer weiteren, schwerwiegenden Verschlechterung der Leistungsfähigkeit des Herzens ein.

Die Wissenschaftler empfehlen betroffenen Patienten deshalb eine psychologische Beratung, um Ängste zu überwinden, weiter im Alltag aktiv zu bleiben und so ihre Überlebenschancen zu erhöhen, bis das Spenderherz gefunden ist. (red, derStandard.at, 7.3.2014)

Publikation: 

Spaderna, H., Vögele, C. Barten, M.J., Smits, J.M.A., Bunyamin, V. & Weidner, G.: Physical activity and depression predict event-free survival in heart transplant candidates. Health Psychology, February 10 2014

  • Die Wartezeit aufs Spenderherz kann quälend lang sein: Bewegung und eine positive Einstellung können helfen, sie unbeschadet zu überstehen.
    foto: akh/meduni wien

    Die Wartezeit aufs Spenderherz kann quälend lang sein: Bewegung und eine positive Einstellung können helfen, sie unbeschadet zu überstehen.

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