Bitcoin-Erfinder angeblich gefunden, dieser dementiert

6. März 2014, 15:49
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US-Magazin will Satoshi Nakamoto aufgespürt haben - der führt trotz Bitcoins im Wert von 400 Millionen Dollar ein bescheidenes Leben

Eines der bestgehüteten Geheimnisse des Internets scheint gelüftet: Das US-Magazin Newsweek hat den Erfinder der digitalen Währung Bitcoin, Satoshi Nakamoto, gefunden. Nakamoto wurde in einem Vorort von San Francisco lokalisiert, beim Anblick der Reporter verständigte er die Polizei. Nach einigem Hin und Her gab Nakomoto folgenden Kommentar ab: "Ich bin nicht länger damit involviert, es ist jetzt anderen überlassen." Weitere Fragen wehrte er ab.

Nachdem der Newsweek-Artikel erschienen ist, dementierte Nakamoto der Erfinder der digitalen Währung zu sein.

Kein Pseudonym

Newsweek hatte über zwei Monate nach Nakamoto gesucht. Der Witz dabei: Während die Mehrheit der Bitcoin-Community davon überzeugt war, dass es sich dabei um ein Pseudonym handelt, heißt Satoshi Nakamoto tatsächlich so. Es handelt sich um einen 64-jährigen US-Amerikaner japanischer Abstammung, der früher für das US-Militär gearbeitet haben soll.

Modelleisenbahnen

Mittlerweile soll sich Nakamoto vor allem mit Modelleisenbahnen beschäftigen – über diesen Umweg hatte der Newsweek-Reporter auch Kontakt mit ihm aufgenommen. Er begann, undercover mit Nakamoto über diverse Eisenbahnmodelle zu schreiben, um den Bitcoin-Erfinder besser kennenzulernen. Als er jedoch begann, Fragen nach der Kryptowährung zu stellen, brach Nakamoto den Kontakt ab.

"Sehr schweigsam"

Gavin Andresen, Bitcoins momentaner Haupt-Entwickler, erinnert sich an die Zeit, als er mit Nakamoto den Code für die digitale Währung entwarf: Laut Andresen sei Nakamoto sehr schweigsam gewesen, man habe nur über Chat oder Email kommuniziert. Persönlichen Fragen sei er ausgewichen: "Wir sprachen nur über den Code."

Arbeitete für US-Militär

Nakamoto soll laut Recherchen im Juli 1949 in Beppu, Japan, als Sohn eines buddhistischen Priesters geboren worden sein. Nach der Scheidung der Eltern zog seine Mutter mit ihren drei Söhnen nach Kalifornien, wo Nakamoto aufs College ging und später bei einem Luftfahrt-Unternehmen zu arbeiten begann. Politisch sei der Bitcoin-Erfinder libertär, ähnlich wie Edward Snowden oder Julian Assange will er möglichst geringe Einmischung durch Regierungsbehörden. So soll Nakamoto laut dessen Tochter eine besondere Variante des Versteckenspielens mit seinen Kindern gepflegt haben: „Als ich klein war, hatten wir ein Spiel, bei dem er sagen würde: ‚Stell dir vor, Regierungsbehörden suchen nach dir' – ich musste mich dann im Schrank verstecken." Gleichzeitig soll Nakamoto für das US-Militär gearbeitet haben.

Mehr als 400 Millionen Dollar

Nakamoto soll immer noch über  Bitcoins im Wert von mehr als 400 Millionen Dollar verfügen und damit die meisten Bitcoins weltweit besitzen. Laut Newsweek habe seine Familie nichts von Nakamotos Rolle bei der Entstehung der digitalen Währung gewusst. (fsc, derStandard.at, 6.3.2014)

Update 7.3.2014 07:10:

Gegenüber der Nachrichtenagentur AP dementierte Dorian Prentice Satoshi Nakamoto den Bericht. Demnach hat er erst vor wenigen Wochen überhaupt von Bitcoin erfahren.

  • Das US-Magazin "Newsweek" veröffentlichte ein Privatfoto des Bitcoin-Erfinders Satoshi Nakamoto.
    foto: faksimilie/newsweek

    Das US-Magazin "Newsweek" veröffentlichte ein Privatfoto des Bitcoin-Erfinders Satoshi Nakamoto.

  • Nakamoto soll immer noch über Bitcoins im Wert von mehr als 400 Millionen Dollar verfügen.
    foto: apa

    Nakamoto soll immer noch über Bitcoins im Wert von mehr als 400 Millionen Dollar verfügen.

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