Krieg, Folter, Missbrauch: Wie ernst müssen Spiele sein, um ernstgenommen zu werden?

7. März 2014, 09:55
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"Metal Gear"-Macher Kojima glaubt, dass man heikle Themen ansprechen muss

Hideo Kojima, Schöpfer der "Metal Gear Solid"-Reihe, hat kontroverse Szenen aus dem "Phantom Pain"-Prequel "Ground Zeroes" in Schutz genommen. Spiele würden erst dann von der Gesellschaft als Kulturgut wahrgenommen werden, wenn sie gewisse Grenzen überschreiten, meint er.

Games müssten auch sensible Themen aufgreifen, meinte Kojima bei einem runden Tisch. "Wenn wir nicht ausdrücken, was wir ausdrücken wollen (...) werden wir nie erreichen, was Filme oder Romane erreicht haben."

Vergleich mit "Breaking Bad"

Dabei zieht er auch einen Vergleich zur vergangenes Jahr zu Ende gegangenen TV-Serie "Breaking Bad". Dort versuche man, so weit zu gehen wie man nur könne, um die eigene Botschaft zu transportieren. An dieses Limit müsse man als Spieleentwickler gehen und versuchen, sie zu erweitern, zitiert ihn Gamespot. Zumindest dann, wenn sie eine starke Botschaft dahinter steckt.

Er erwarte, dass "Ground Zeroes" einige Kontroversen auslösen wird, habe aber nicht vor, deswegen Änderungen vorzunehmen. Eines der zentralen Themen von "Metal Gear Solid 5" ist Vergeltung und er habe beschlossen, sich bei der Umsetzung nicht zurück zu nehmen.

Sexuelle Gewalt und leichtbekleidete Spielfigur

Im Januar war bekannt geworden, dass "Ground Zeroes" in den USA die Alterseinstufung "Mature" erhalten würde und als erstes Spiel seit 2006 dazu auch den Warnhinweis "sexuelle Gewalt". Grund dafür ist für die Rating-Behörde ESRB eine nur in Audioform vorgetragene Szene, in welcher eine weibliche Figur sexuell von einem männlichen Charakter bedrängt wird.

Ebenso emotional diskutiert wurde die Figur "Quiet", die im Spiel mit auffällig wenig und freizügiger Kleidung abgebildet ist. Kojima argumentierte das Aussehen unter anderem damit, dass die junge Frau nur in wenigen Szenen und Dialogen auftreten würde und somit ihr Äußeres für ihre Eigenschaften stehen müsse.

"Ground Zeroes" erscheint am 20. März für Xbox 360, Xbox One sowie PS3 und PS4. Für den Haupttitel "The Phantom Pain" steht noch kein Veröffentlichungsdatum fest. (gpi, derStandard.at, 07.03.2014)

  • Hideo Kojima rechnet mit Kontroversen und Kritik nach der Veröffentlichung von "Metal Gear Solid: Ground Zeroes". Entwickler, die in ihren Spielen eine starke Botschaft überbringen wollen, sollten sich ein Vorbild an "Breaking Bad" nehmen.
    foto: konami/amc

    Hideo Kojima rechnet mit Kontroversen und Kritik nach der Veröffentlichung von "Metal Gear Solid: Ground Zeroes". Entwickler, die in ihren Spielen eine starke Botschaft überbringen wollen, sollten sich ein Vorbild an "Breaking Bad" nehmen.

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