Eine kurze Geschichte des Küniglbergs

6. März 2014, 13:40
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1938 Spatenstich mit Hermann Göring - Flakkaseren errichtet - ORF-Zentrum 1974 offiziell eröffnet - Jahrelanger Diskussion folgt nun die Zusammenlegung der Wiener ORF-Standorte

Wien - Nach Jahren der Diskussionen ist am Donnerstag im ORF-Stiftungsrat die Entscheidung gefallen, alle Wiener Standorte des ORF auf dem Küniglberg zusammenzuführen. Damit werden bis voraussichtlich bis 2021 die Redaktionen der ORF-Radios, das Landesstudio Wien sowie die Mitarbeiter von Online und Teletext in den Gebäudekomplex in Wien-Hietzing übersiedeln. Nachfolgend die Geschichte des ORF-Zentrums:

1938: Die deutsche Wehrmacht lässt am Wiener Küniglberg einen Flakkaserne errichten. Zum Spatenstich am 14. Mai rückt Luftwaffen-Oberbefehlshaber Hermann Göring höchstpersönlich an. Die topografische Lage war für militärische Zwecke ideal. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm das britische Militär die Kaserne.

1955: Das Areal wird der Stadt Wien übergeben.

1959: Es gibt erste Überlegungen, den Küniglberg für den ORF nutzbar zu machen.

1965: Der ORF bezieht leer stehende Räume der Kaserne.

1967: Das Grundstück wird dem ORF um 225.000 Schilling verkauft, der Auftrag zur architektonischen Planung wird freihändig an Roland Rainer vergeben.

1969: Das entsprechende Gesamtkonzept wird von ORF-Geschäftsführung genehmigt, in der Folge startet das Bauvorhaben.

1973: Während der Bauarbeiten kommt es zu einem Unfall: Ein Bauelement durchschlägt drei Decken und fünf Arbeiter werden verschüttet. Zwei Tote und drei Schwerverletzte sind die Folge. Danach werden die Arbeiten vorübergehend eingestellt, da laut Baubehörde "Baumängel an den Fertigteilen vermutet werden". Nach einiger Zeit werden die Bauarbeiten wieder fortgesetzt.

1974: Mit einem "Tag der offenen Tür" wird das ORF-Zentrum offiziell eröffnet.

2005: Ein Gutachter ortet aufgrund von Rissbildungen und fortgeschrittener Betonkorrosion an Parapetbalken mögliche "Gefahr im Verzug". Sanierungsmaßnahmen innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahren werden empfohlen. Die Diskussion um einen neuen ORF-Standort intensiviert sich in der Folge.

2012: Im Herbst wird das baufällige Hauptgebäude zwecks Sanierung geräumt und die Mitarbeiter übersiedeln in Container-Dörfer und andere Bürogebäude Wiens. Neben einer Sanierung des ORF-Zentrums und einer möglichen Zusammenführung der Wiener ORF-Standorte am Küniglberg ist auch das Gelände in St. Marx immer wieder ein Thema.

2014: Anfang des Jahres legt sich die ORF-Geschäftsführung auf einen gemeinsamen Standort am Küniglberg fest und formuliert einen entsprechenden Antrag. Nach knapp neun Jahre dauernder Diskussion wird die Zusammenführung der Wiener ORF-Standorte am Küniglberg schließlich Anfang März im ORF-Stiftungsrat beschlossen. Zentrales Element dabei ist die Errichtung eines trimedialen Newsrooms, in dem Redakteure von Fernsehen, Radio und Online stärker verschränkt zusammenarbeiten sollen. (APA, 6.3.2014)

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