Überraschung: Getty Images bietet Fotos ab sofort kostenfrei an

6. März 2014, 11:26
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Einbettung der Bilder für nicht-kommerzielle Nutzung möglich, später drohen allerdings Werbeeinblendungen

Über achtzig Millionen Fotos befinden sich in den Archiven von Getty Images, einer der weltweit größten Bildagenturen. 35 Millionen davon werden nun kostenfrei zur nicht-kommerziellen Nutzung zur Verfügung gestellt, so Getty.  Damit können Blogger die Bilder ebenso verwenden wie Facebook- oder Twitternutzer. Der Haken: Die Bilder können (legal) lediglich eingebettet werden, was es Getty theoretisch ermöglicht, im Frame Werbung abzuspielen.

Vorerst werbefrei

Durch das Einbetten der Bilder kann Getty Images zusätzlich eine Vielzahl an Daten generieren, die dann wiederum durch Werbeeinblendungen monetarisiert werden könnten. Zwar sei das Einbetten der Bilder vorerst werbefrei, so Craig Peters, Manager bei Getty, für die Zukunft könne er das allerdings nicht garantieren.

Vorbild Spotify

Er begründet das Umstellen der Geschäftsstrategie mit den faktischen Tatsachen: "Wenn man ein Getty Bild ohne Wasserzeichen sucht, findet man dies ohnehin." Getty müsse die Realität akzeptieren und sein Geschäftsmodell dementsprechend adaptieren – ähnlich, wie das der Musikbranche mit Streaming-Services wie Spotify gelungen sei.

Mehr Stock- als Newsfotos

Allerdings seien unter den 35 Millionen einbettbaren Fotos überwiegend Stockfotos, also beispielsweise Symbolfotos; Fotos zu aktuellen Ereignissen finden sich nur vereinzelt. Kritiker stoßen sich zusätzlich am Terminus "nichtkommerzielle Nutzung", da dieser schwierig zu definieren sei. So beklagt etwa Niemanlab, dass keine rechtliche Sicherheit für Blogger gegeben sei, die etwa GoogleAds benutzen. Zusätzlich moniert man das Datensammeln durch das Widget.

Gewinn erhöht

Allerdings befindet sich Getty eigentlich nicht in der Krise: Seit 2007 hat man laut TheVerge den Gewinn um fast 100 Millionen Dollar erhöht. Der digitale Fotoklau trifft vielmehr die Fotografen, die nun auch durch die Umstellung profitieren sollen, so Peters. Das Einbettungs-Tool ist auf der Getty-Website bereits verfügbar. (fsc, derStandard.at, 6.3.2014)

  • Getty Images stellt sein Geschäftsmodell um
    foto: screenshot/getty

    Getty Images stellt sein Geschäftsmodell um

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