T-Mobile Austria 2013 tiefrot: Tariferhöhungen angekündigt

6. März 2014, 11:22
161 Postings

Jahresverlust von 355 Millionen - Umsatzwegbruch bei SMS und Roaming

Der österreichische Mobilfunker T-Mobile hat seine Jahresbilanz für das Geschäftsjahr 2013 vorgelegt. Zwar weist man aus dem operativen Geschäft einen Gewinn von 32 Millionen Euro vor Steuern und Zinsen auf, insgesamt verzeichnet man allerdings einen Verlust von 355 Millionen Euro. Die Kundenzahl, gemessen an SIM-Karten, ist mit 4,1 Millionen stabil geblieben.

Das Unternehmen erklärt diesen einerseits mit Abschreibungen, davon zur Hälfte die Lizenzgebühren für LTE-Frequenzen, sowie andererseits dem Trend des Marktes und Netz-Investitionskosten. Cash Flow und operatives Geschäft seien jedoch in keiner Weise in Gefahr. Nach A1 und "3" wird auch der dritte große Mobilfunker seine Tarife erhöhen.

Roaming und Messenger drücken Umsatz

T-Mobile spricht von "hohem Wettbewerbsdruck" im vergangenen Jahr. Die Ursachen des Umsatzrückgangs von 5,7 Prozent auf 828 Millionen Euro verortet man einerseits bei nationalen wie internationalen "Regulierungseffekten", wobei bei letzteren explizit die Senkung der Roaminggebühren angesprochen wird, sowie dem Wegbruch von Einnahmen bei SMS-Nachrichten "durch IP Messaging wie WhatsApp".

Die Zukunft sieht T-Mobile folglich im Datengeschäft und hat dementsprechend im Vorjahr mit "Home Net", einem Internetpaket für Heimnutzung auf Basis von mobilem LTE- und 3G-Breitband, eine neue Angebotsschiene eröffnet. Hier möchte man nachlegen und zudem das Wholesale-Geschäft ausbauen.

Datenlast steigt

Die angekündigten Tarif-Anpassungen werden auch impliziert mit der zunehmenden Datenlast argumentiert. Das im T-Mobile-Netz erzeugte Trafficvolumen soll sich vergangenes Jahr verdoppelt haben. Laut CEO Andreas Bierwirth stieg das Aufkommen seit 2009 um rund 960 Prozent. "Unser Jahresergebnis zeigt, dass unsere Kunden bei de facto weiter sinkenden Gebühren wesentlich höhere Leistungen bezogen haben", erklärt Bierwirth hierzu.

Er ortet eine Diskrepanz zwischen der Diskussion um Preiserhöhungen, wie sie bei der Konkurrenz bereits stattgefunden haben, und den "realen Zahlen". Der Geschäftsentgang bei Bereichen wie SMS oder Roaming würde durch diese "nicht annähernd kompensiert". (red, derStandard.at, 06.03.2014)

Links

T-Mobile

  • T-Mobile weist einen Jahresverlust von 355 Millionen Euro aus.
    foto: reuters

    T-Mobile weist einen Jahresverlust von 355 Millionen Euro aus.

Share if you care.