Handytarife: Arbeiterkammer sieht Bundeswettbewerbsbehörde gefordert

10. März 2014, 11:26
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Diese soll ihren Fokus stärker auf den Telekommarkt richten, um mögliche koordinierte Verhaltensweisen der Anbieter zu untersuchen

Der Wettbewerb sinkt, die Preise steigen. Dieses Lied singen verärgerte Mobilfunkkunden seit Monaten in Onlineforen und an Stammtischen. Tatsächlich zogen in den vergangenen Wochen Handytarife und Gebühren kräftig an. Für die Arbeiterkammer (AK) ist eingetroffen, was sie vor der Übernahme von Orange durch "3" befürchtet hatte. Nun ist die Bundeswettbewerbsbehörde gefragt, sagt AK-Wettbewerbsexperte Helmut Gahleitner zum STANDARD. Diese soll ihren Fokus stärker auf den Telekommarkt richten, um mögliche koordinierte Verhaltensweisen der Anbieter zu untersuchen.

"Gebühren"

Er erinnert daran, dass alle heimischen Netzbetreiber eine sogenannte "Servicepauschale" einführten und nicht ein Unternehmen ausscherte. Bei einem vergleichsweise kleinen Markt mit wenigen Anbietern ist zwar nicht von einer Absprache der Anbieter auszugehen, wenn doch, dann soll die Behörde mögliche koordinierte Verhaltensweisen untersuchen. Vonseiten der Bundeswettbewerbsbehörde heißt es dazu lediglich, dass man den Markt ohnehin aufgrund der Übernahme von Orange durch "3" beobachte. Ergänzend dazu fordert die AK mehr Transparenz bei Handytarifen. Die Mobilfunkbranche soll mehr Informationen über die gesamten Fixkosten für die Mindestvertragsdauer aushändigen. Mobilfunkkunden rät man, den Tarifkalkulator der Arbeiterkammer auf deren Homepage zu nutzen. Eine Studie zeigt, dass zwei Drittel der Nutzer im falschen Tarif unterwegs sind.

Neue Erhöhungen

In den nächsten Wochen steht eine weitere Runde von Preiserhöhungen vor der Tür. T-Mobile und deren Billigschiene Telering werden Tarife und Gebühren für Neukunden "im April oder Mai" erhöhen, so Unternehmenssprecher Helmut Spudich. Konkret in Planung ist eine Erhöhung der Aktivierungsgebühr bei T-Mobile - diese wurde zuletzt von Marktführer A1 empfindlich auf knapp 70 Euro erhöht. Bei Telering wiederum sollen die Smartphonetarife steigen. Zum Thema Tariferhöhungen sagte A1-Chef Ametsreiter vergangene Woche, dass im freien Markt die Preise manchmal nach oben und manchmal nach unten gehen, dies werde auch in Zukunft so sein. Der Marktführer hat in den vergangenen Wochen mit seinen neuen Preisen für Schlagzeilen gesorgt. (sum, derStandard.at, 10.3.2014)

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