Neue Spur zu seit Jahren abgängiger Neunjähriger

5. März 2014, 14:28
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Der "Fall Peggy" gehört zu den rätselhaftesten Kriminalfällen Deutschlands. Auf dem Heimweg von der Schule verschwand die Neunjährige spurlos. Es gibt einen Verurteilten - dessen Prozess wird aber neu aufgerollt

Berlin - Im Fall der seit 2001 in Deutschland verschwundenen Peggy K. hat ein Verdächtiger Medienberichten zufolge gestanden, mit dem Mädchen intim gewesen zu sein. Wie die "Bild"-Zeitung und der "Nordbayerische Kurier" am Mittwoch berichteten, soll es in den Osterferien 2001 zu intimen Kontakt durch den damals 17 Jahre alten Holger E. mit der neun Jahre alten Schülerin gekommen sein.

Eine Darstellung, die die Anklagebehörde kurz darauf relativierte. Der Mann, ein enger Freund der Familie, habe bereits im Februar von "Küssen" mit dem Mädchen berichtet. E.s Anwalt Michael Euler bewertete die Aussage des 29-Jährigen aus Sachsen-Anhalt zurückhaltend: "Auf die Spur gebe ich nicht sonderlich viel", sagte er. Es gebe ein Foto, auf dem der Verdächtige mit Peggy im Arm zu sehen sei. Der Mann habe bereits früher ausgesagt, Peggy wie eine kleine Schwester gesehen zu haben. "Ein Kuss auf die Wange ist gar nichts", sagte Euler.

Der junge Mann sei in Peggys Haus im oberfränkischen Lichtenberg zu Besuch gewesen. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth sieht vorerst aber keinen hinreichenden Tatverdacht für eine Anklage gegen den Mann. Bereits im Jahr 2001 hatten sich die Ermittler ergebnislos für ihn interessiert.

Peggys Verschwinden zählt zu den rätselhaftesten Kriminalfällen Deutschlands. Das Kind verschwand am 7. Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule im bayrischen Lichtenberg. Bis heute wurde keine Leiche des Mädchens gefunden. Ein Verdächtiger wurde zwar verurteilt, aber es kamen immer wieder Zweifel an dem Richterspruch auf.

Nichte und Tochter missbraucht

Bereits Mitte Jänner war bekannt geworden, dass der heute 29 Jahre alte Mann, über den jetzt berichtet wurde, kurz vor dem Verschwinden Peggys seine eigene Nichte missbraucht hatte. Angeblich im Beisein von Peggy. Der Verdächtige, der als enger Freund von Peggys Familie galt, sitzt derzeit wegen sexuellen Missbrauchs seiner dreijährigen Tochter in Haft. Der Mann aus Sachsen-Anhalt soll sich in Hof vor Gericht verantworten, einen Termin gibt es noch nicht.

Der Mann ist den Zeitungsberichten zufolge durch eine Anzeige seines Halbbruders ins Visier der Peggy-Ermittler geraten. Er habe ausgesagt, die Annäherungen seien nicht von ihm, sondern von Peggy ausgegangen. Die Polizei hat bereits das Elternhaus des Verdächtigen in Halle an der Saale durchsucht.

Im Jahr 2004 wurde der geistig behinderte Ulvi K. als Peggys Mörder verurteilt, doch immer wieder wurden Zweifel an seiner Schuld laut. Er hatte zwar zunächst die Tat zugegeben, sein Geständnis später aber widerrufen. Im Dezember 2013 ordnete das Landgericht Bayreuth die Wiederaufnahme des Verfahrens an - ab 10. April wird der Fall neu aufgerollt. (APA, 5.3.2014)

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