ÖGB fordert Reduktion der Arbeitszeit

5. März 2014, 13:41
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Frauenvorsitzende Oberhauser möchte Vollzeit-Konzept neu überdenken - Einkommensberichte sollen besser lesbar werden

Wien - Das Smartphone und der PC machen's möglich, die Arbeitszeit schummelt sich unauffällig in die Freizeit der heimischen Arbeitnehmerinnen. Die ÖGB-Frauen fordern anlässlich des diesjährigen Frauentags deshalb eine Diskussion der Arbeitszeit und organisieren unter dem Motto "Brot und Rosen" Verteilaktionen in ganz Österreich.

Neudefinition von Vollzeit

"In Österreich sind wir Überstunden-Weltmeister, wir arbeiten wie kein anderes europäisches Land mit Überstunden", stellte die ÖGB-Frauenvorsitzende Sabine Oberhauser fest. Aus ihrer Sicht brauche es eine Neudefinition der Vollzeitarbeit und eine Diskussion über die 40-Stunden-Woche, denn: "Mit Smartphone und Computer verschiebt sich die Arbeitszeit total in die Freizeit hinein." Dies geschehe von vielen unbemerkt und so komme man schnell auf eine 60- oder 70-Stunden-Arbeitswoche. Oberhauser spricht von einem "fließenden Übergang", da die ArbeitnehmerInnen es oft nicht als Arbeitszeit werten, wenn sie zu Hause oder in der U-Bahn noch schnell Arbeit online erledigen.

Durch die Neudefinition und die Einhaltung der 40-Stunden-Woche ließen sich Jobs schaffen. 180.000 neue Arbeitsplätze könnten es laut Oberhauser durch den Abbau von Überstunden sein. Es sei auch davon auszugehen, dass dadurch mehr Frauen in Vollzeitjobs kämen. Weitere Schwerpunktthemen der ÖGB-Frauen sind auch das Pensionskonto und der Bereich Migration/Integration.

Bessere Lesbarkeit der Einkommensberichte

Auf der Agenda haben sie auch die Weiterentwicklung der Einkommensberichte für mehr Transparenz. Dabei geht es Oberhauser nicht nur darum, auch kleinere Betriebe mit der Pflicht zur Berichtslegung zu erfassen, sondern vor allem um die bessere Lesbarkeit für Betriebsräte. Derzeit gebe es etwa Verzerrungen durch Sonderzahlungen, das soll sich künftig verbessern, forderte die ÖGB-Vizepräsidentin. Sie pocht auch auf spürbare Sanktionen in Form von Geldstrafen für Betriebe, die sich nicht an das Gesetz halten und keine Einkommensberichte erstellen. "Wir werden wieder Gespräche mit den Sozialpartnern führen", niemand habe Interesse daran, "schwarze Schafe" zu schützen, so Oberhauser.

Die Verteilaktion steht unter dem Motto "Brot und Rosen" - ein "sehr klassisches, traditionelles" Bild, meinte Oberhauser. Es soll einerseits dafür stehen, dass Frauen eigenständig ihr Brot verdienen können und andererseits die Rose für das Privatleben. Verteilt werden die Blumen auch, schließlich soll es nicht immer nur um politische Parolen gehen, sondern auch einmal "Danke" gesagt werden. (APA, 5.3.2014)

  • Die ÖGB-Frauen (im Bild Sabine Oberhauser) verteilen am 8. März Rosen an Frauen - als Dank und als Zeichen für das Recht auf Privatleben.
    foto: apa/robert jaeger

    Die ÖGB-Frauen (im Bild Sabine Oberhauser) verteilen am 8. März Rosen an Frauen - als Dank und als Zeichen für das Recht auf Privatleben.

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