Das beste Stück ... nachgefragt bei Robert Menasse

Kolumne9. März 2014, 19:03
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Michael Hausenblas fragt Robert Menasse, warum Stofftaschentücher zu seinen Allltagsbegleitern wurden

"Ich habe jeden Tag ein frisches Taschentuch mit den Initialen R. M. bei mir. Das ist so, seit ich vor über 30 Jahren 20 solcher Taschentücher von meinem Großvater geerbt habe. Er hieß Richard Menasse. Also passte das Monogramm. Durch dieses gibt es eine fortwirkende Verbindung zu meinem Großvater, der übrigens Vertreter für Arabia Café war. Er war Universalstammgast in allen Wiener Cafés, ich habe ihn oft begleitet.

Von dem Schatz seiner Taschentücher hat es nur ein Stück bis ins Heute geschafft. Auf dieses passe ich besonders gut auf. Ich lasse mir immer wieder welche machen, aber seine Tücher waren noch aus einem Leinen, das man heute gar nicht mehr bekommt.

Bei Papiertaschentüchern bekomme ich Gänsehaut. Die Stofftücher sind in vielerlei Hinsicht nützlich, nicht nur zum Naseputzen. Ich verwende sie zum Abwischen der Stirn oder wenn ich gerührt bin. Mit ihnen kann ich auch im Kino die feuchten Augen trocknen, bevor das Licht angeht." (Michael Hausenblas, Rondo, DER STANDARD, 7.3.2014)

Robert Menasse ist Romancier und Essayist.

  • Robert Menasse mit seinen leinenen Alltagsbegleitern.
    foto: nathan murrell

    Robert Menasse mit seinen leinenen Alltagsbegleitern.

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