Paralympics und die Krim-Krise: Sport aus dem Spiel nehmen

Kommentar4. März 2014, 19:38
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Das International Paralympic Committee könnte mit Rückzug drohen

Gerald Klugs Ankündigung, den am Freitag beginnenden Paralympischen Spielen in Sotschi fernbleiben zu wollen, war erwartbar. Schließlich ist halb Europa diesbezüglich schon vorangeschritten. Er wolle auf keine Art und Weise irgendeine Legitimierung der Vorgehensweise der Russischen Föderation zum Ausdruck bringen, sagte Klug.

Bundeskanzler Werner Faymann war ganz der Meinung seines Verteidigungs- und Sportministers. Die beiden haben ja vor wenigen Wochen durch ihren Besuch bei den Olympischen Spiele in Sotschi ebenfalls auf keine Art und Weise irgendeine Legitimierung der Einstellung der russischen Staatsspitze zu Meinungsfreiheit und Homosexualität zum Ausdruck bringen wollen. Sie haben nur ihre Sportler unterstützt. Wie kommen schließlich die dazu? Bedauerlicherweise hat sich die Situation so weit verändert, dass Menschen, die Unterstützung wirklich brauchen könnten - und zwar nicht nur, wenn sie im Licht der Öffentlichkeit sporteln -, mit ihr nicht rechnen dürfen.

Der Sport ist eben auch Spielball der Politik. Es stünde aber in seiner Macht, sich selbst aus dem Spiel zu nehmen. Das International Paralympic Committee hat zwar nicht die Kraft der Olympier, könnte Wladimir Putin aber schon mit Rückzug drohen, statt Sportler in ein Land zu schicken, das willens scheint, Krieg gegen einen Nachbarn vom Zaun zu brechen. Putin steckt das sicher weg, solange ihm nur der Fußballverband Fifa die WM 2018 lässt. (Sigi Lützow, DER STANDARD, 5.3.2014)

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