Sieg der Spaßbremsen

Ansichtssache4. März 2014, 17:02
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"ZiB 2" mit Außenminister Sebastian Kurz und die neue Comedy "Hart an der Grenze" auf ORF 2.

foto: orf/peter krivograd

Vera beim "Villacher Fasching", Rauferei beim Opernball, Matrose, Rotkäppchen, Zombie bei der "Millionenshow", irgendwann war es dem ORF offenbar selbst zu viel.

Die für 22 Uhr geplante Comedy "Hart an der Grenze" wurde Montag angesichts der Ereignisse in der Ukraine kurzfristig verschoben. Die Spaßbremsen behielten aber nur scheinbar die Oberhand, denn ein Interview mit Außenminister Sebastian Kurz in der "ZiB 2" konnte einer gewissen Komik nicht entbehren.

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foto: apa/epa/julien warnand

Kurz stand sichtlich unter dem Eindruck der Beratungen in Brüssel über Putins Vorgehen auf der Krim und brachte sich als naturbegabtes Verhandlungstalent in Stellung: Die EU habe "ganz klar das russische Verhalten abgelehnt und auch verurteilt", erklärte Kurz. Putins Vorgehen sei "ein klarer Völkerrechtsbruch". Aus einer dermaßen glasklaren Ansage ließe sich nun eine ebensolche Strategie herauslesen, jedoch ist eine solche eher nicht vorhanden.

Schließlich, so Kurz, gehe es "nicht darum, eine populäre Maßnahme zu setzen und einen Erfolg nach Hause zu bringen und mit Sanktionen etwas Konkretes zusammengebracht zu haben, sondern es geht darum, einen Krieg zu vermeiden". Etwas Konkretes lässt sich vielleicht deshalb nicht nach Hause bringen, weil, wie die ORF-Korrespondenten Christian Lininger, Hannelore Veit und Raimund Löw danach erklärten, die EU über kein echtes Druckmittel gegen Putin verfügt. Aber Reden ist bekanntlich immer gut.

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foto: orf/milenko badzic

Insofern bleibt der Sieg der Spaßbremsen hinterfragenswert. Denn im Unterschied zur vorverlegten "ZiB 2" war das Stück Trash von Ron Eichhorn und Anton Maria Aigner dem Anlass entsprechend - und völlig beabsichtigt - närrisch. (Doris Priesching, DER STANDARD, 5.3.2014)

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