Grazer Forscher suchen nach Wegen, das Altern zu verzögern

8. März 2014, 17:46
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Medizinische Universität Graz will in groß angelegter Studie mit 3.000 Teilnehmern grundlegende Alterungsmechanismen identifizieren

Graz - Die Lebenserwartung der Europäer ist generell weiter im Steigen begriffen, das bedeutet allerdings nicht, dass mehr Menschen bei "guter Gesundheit" alt werden. Die Medizinische Universität Graz will in einer groß angelegten Studie mit 3.000 Grazern über 45 Jahren die grundlegenden Alterungsmechanismen identifizieren, um künftig alters-assoziierten Erkrankungen besser vorzubeugen.

Die zurzeit rund zwei Millionen Senioren in Österreich werden immer älter. Der Anteil der über 60-Jährigen wird bis 2030 von derzeit mehr als 22 Prozent auf über 30 Prozent steigen. "Wir können beobachten, dass die Menschen immer später sterben, aber von der Geschwindigkeit her gleich schnell altern. Das heißt, die zusätzlichen Jahre werden mit eingeschränkter Lebensqualität erlebt, weil die Menschen an chronischen Erkrankungen leiden", schilderte Helena Schmidt vom Institut für Molekularbiologie und Biochemie der Med-Uni Graz. Sie will herausfinden, warum es zu den biologischen Veränderungen kommt, die im Alter unsere Gesundheit beeinträchtigen.

"Gesundes Altern" verstehen

Um die grundlegenden Prozesse - vor allem des "gesunden" Alterns - zu verstehen, will das interdisziplinäre Grazer Forscherteam unter Schmidts Leitung eine Vielzahl von Faktoren erheben. Im Rahmen der Studie "Graz Study on Health and Aging" sollen 3.000 freiwillige Grazer und Grazerinnen, die zumindest 45 Jahre oder älter sind, ausführlich untersucht und befragt werden.

Erhoben werden dabei genetische, soziale, Lifestyle- und Umweltfaktoren in Hinblick auf ihre mögliche Auswirkung auf normales Altern, aber auch auf das Auftreten chronischer Erkrankungen. "Im Mittelpunkt der rund zweitägigen Untersuchung pro Proband stehen altersbedingte Veränderungen der Augen, des Bewegungsapparates, des Gehirns, von Haut und Haaren und des Herz-Kreislauf-Systems", so die Studienkoordinatorin.

"Um möglichst viel Faktoren des Alterns ins Gesamtergebnis einfließen zu lassen und deren komplexe Zusammenhänge verstehen zu können, wird die Studie unter Beteiligung von 14 Instituten und Kliniken durchgeführt", so die Forscherin, die auch die Forschungseinheit für Genetische Epidemiologie am Institut für Molekularbiologie und Biochemie leitet. Ziel ist es, zentrale Faktoren des menschlichen Alterns zu finden. Hier sollen dann neue präventive und therapeutische Konzepte und Strategien zur Erreichung eines langen Lebens mit hoher Lebensqualität gefunden werden. Sie sollen das organische Altern nicht nur verlangsamen, sondern vor allem das Risiko senken, an alters-assoziierten Erkrankungen zu leiden. (APA/red, derStandard.at, 08.03.2014)

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