Helpstars: Jugendrotkreuz startet Online-Beratung

4. März 2014, 12:24
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Jugendliche sollen Jugendlichen bei Problemen wie Cybermobbing helfen

Das Österreichische Jugendrotkreuz (ÖJRK) hat den Betrieb einer Onlineplattform namens Helpstars zur Beratung von jungen Menschen gestartet. Dort können sich Jugendliche anonym an junge Berater wenden, um ihre Probleme zu besprechen. "Mit anderen Jugendlichen spricht es sich leichter als mit Lehrern oder Eltern", sagte Joe Feigl, Koordinator des Beratungsteams, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Nach der Registrierung auf der Onlineplattform können Jugendliche mit Problemen eine Anfrage an das ehrenamtliche Beratungsteam stellen. Sogenannte "Peers", also gleich alte Ratgeber, schicken dann innerhalb von 48 Stunden eine Antwort auf die Anfrage. Eine Email-Adresse muss nicht angegeben werden, denn der Ratschlag wird an den zuvor angelegten Zugang auf der Plattform gesendet. Nachdem bereits zehn Prozent der österreichischen Jugendlichen Opfer von sogenanntem Cybermobbing wurden, habe man sich laut Johannes Guger, Leiter des Projektes, dazu entschieden, auch online Hilfe anzubieten.

Time4Friends-Jubiläum

Das neue Projekt des ÖJRK wurde zum zehnjährigen Jubiläum der Telefonberatungshotline "Time4Friends" gestartet. Seit 2004 können sich hier junge Anrufer beratende Jugendliche wenden, bisher sind etwa 18.000 Gespräche geführt worden. Die Probleme der Hilfesuchenden betreffen zumeist Schwierigkeiten in der Schule, mit Freunden oder der Familie.

"Die Jugendlichen hören sich dann die Situation der Anrufer an und unterstützen sie. Oft ist das Zuhören schon die Lösung des Problems", so Guger. Aber auch heikle Angelegenheiten wie etwa Essstörungen, Gewalt und Drogenprobleme werden zur Sprache gebracht. In diesem Fall leiten die Peers die Anrufer an andere Hotlines, die von Psychologen besetzt sind, weiter. Jeder vierte bisherige Anrufer zwar zwischen zwölf und 14 Jahren alt, ein Drittel zwischen 14 und 16 und rund 20 Prozent waren zwischen 16 und 18 Jahren. Einer von vier Anrufern war über 18 und nur wenige (etwa fünf Prozent) waren unter zwölf Jahren.

40 Berater

Österreichweit sind momentan 40 junge Berater tätig, sie betreuen die Jugendlichen von nun an telefonisch sowie auch über die Onlineplattform und sind dazu ständig mit Fachleuten in Kontakt. Bevor sie ihre Arbeit als Berater beginnen können, müssen sie eine sogenannte Grundausbildung absolvieren. Dort lernen die Jugendlichen etwa, wie sie die Gespräche mit ihren Anrufern beginnen können, wie sie mit ihnen auf Schwierigkeiten eingehen können, und auch das notwendige Fachwissen zu gewissen Problemen und die Fähigkeit, sich vom Gehörten abzugrenzen, wird vermittelt.

Im Schnitt arbeiten die Peers, die zwischen 16 und 20 Jahre alt sind, bis zu zwei Jahre als Time4friends-Berater. Jährlich werden etwa 18 Jugendliche neu ausgebildet. (APA, 04.03.2014)

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