Pornofilter: Berater des britischen Premiers unter Kinderporno-Verdacht

4. März 2014, 13:26
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Bereits zurückgetreten - Filtersystem weiter unter Kritik

Eine heikle Affäre trägt sich aktuell im Umfeld der britischen Regierung zu. Patrick Rock, seit rund 30 Jahren als Berater für die Konservativen tätig, wurde kürzlich von der Polizei festgenommen. Wie der Independent berichtet, steht der 62-Jährige unter dem Verdacht, im Besitz von kinderpornografischen Material zu sein.

Architekt des Filtersystems

Dies ist auch insofern brisant, als das Rock seit 2011 direkt für den Premier David Cameron tätig war, den er auch schon länger kennt. In der Downing Street arbeitete er bei der "Number 10 Policy Unit" und gehörte zu den Architekten hinter dem Pornofilter, den Internetprovider als Opt-out-Funktion ihren Kunden vorschalten müssen.

Zentrales Argument

Der Kampf gegen Kinderpornografie war von Seiten der Regierung als eines der zentralen Argumente für die Einführung dieses Mechanismus ins Treffen geführt worden. Kritiker, zu denen auch Wikipedia-Gründer Jimmy Wales zählt, sehen den Filter als Zensurmaßnahme ohne nachhaltigem Effekt. Dazu gab es bereits mehrere Vorfälle, bei welchen das System den Zugriff auf normale Nachrichtenseiten verhinderte.

Die Behörden führten sowohl bei Rocks privatem Wohnsitz als auch in seinen Büroräumlichkeiten Durchsuchungen durch. Rock ist bereits im Zuge der Erstbefragung durch die Exekutive von seiner Position als Regierungsberater zurückgetreten. (red, derStandard.at, 04.03.2014)

  • Der Kampf gegen Kinderpornographie war eines der zentralen Argumente für die Einführung des Filtersystems in Großbritannien.

    Der Kampf gegen Kinderpornographie war eines der zentralen Argumente für die Einführung des Filtersystems in Großbritannien.

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