Mütter so gebildet wie noch nie

4. März 2014, 10:50
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Die ganz jungen Österreicher sind die Generation mit den gebildetsten und beruflich erfolgreichsten Eltern. Mütter arbeiten aber oft unter ihrer Qualifikation

Eine aktuelle Generationen-Studie der GfK zur Bildungsmobilität in Österreich zeigt, dass die Eltern der jüngsten Generation, der 15 bis 19-Jährigen im Land, den höchsten Bildungsstand aller Elterngenerationen aufweisen. Sie haben weitaus seltener als der Durchschnitt nur die Pflichtschule oder eine Lehre abgeschlossen, dafür aber umso häufiger eine AHS (neun Prozent der Väter und 13 Prozent der Mütter) und eine BHS, die mit der Reifeprüfung abschließt (17 Prozent beider Elternteile). Besonders stark und sprunghaft ist in dieser Elterngeneration aber die Zahl der Akademiker gestiegen: Fast jede/r Fünfte von ihnen hat ein Studium an einer Universität absolviert.

Mütter voraus

Deutliche Fortschritte in der Bildung haben in erster Linie die Mütter der ganz Jungen gemacht. Sie haben die Väter bei den höheren Schulabschlüssen eingeholt und bei manchen sogar überholt. Bei akademischen Abschlüssen herrscht bereits Gleichstand zwischen den Eltern dieser Generation und auch bei den berufsbildenden höheren Schulen  reicht die Zahl der Abschlüsse der Mütter bereits knapp an die der Väter heran. Bei mittleren und AHS-Abschlüssen liegen die Mütter anteilsmäßig bereits vor den Vätern.

Diese Elterngeneration spiegelt aber auch den Trend in Richtung Dienstleistungsgesellschaft. Denn schon die Hälfte der Väter der heute 15 bis 19-Jährigen arbeitet als Angestellte und nur noch jeder Zehnte von ihnen ist Arbeiter. Auch der Anteil der freiberuflich tätigen Väter ist mit 7 Prozent bei dieser Generation am höchsten.

Im Vergleich dazu waren die Väter früherer Generationen noch zu einem Viertel Facharbeiter gewesen. Auch die Zahl der Landwirte war damals noch deutlich höher.

Der Job passt nicht

Auch bei den Müttern ist der Wandel weg von der Arbeiter- hin zur Angestelltentätigkeit zu beobachten. Bei beiden Tätigkeiten sind die Frauen jedoch in den weniger qualifizierten Bereichen überrepräsentiert. Während sie früher häufiger als un- oder angelernte Kraft und weniger als Facharbeiterin ihr Geld verdient haben, sind sie jetzt meistens Angestellte ohne Führungsfunktion – auch wenn die Zahl der Mütter in leitenden Positionen gerade bei der Generation derer, die rund um die Jahrtausendwende geboren wurden, so stark wie nie zuvor zugenommen hat (+11 Prozentpunkte im Vergleich zu den Müttern der Jahrgänge 1976 bis 1995). Trotzdem sind insgesamt nur 8 Prozent aller Mütter Führungskräfte.

Auslaufmodell Hausfrau

Die markanteste Veränderung über die Generationen hinweg ist bei den Frauen allerdings der starke Rückgang des Berufs Hausfrau: der Anteil der Nur-Hausfrauen betrug bei den Müttern der Kriegs- und 68er-Generation noch 53 Prozent, ging danach aber sukzessive zurück. Aktuell entscheidet sich nur mehr knapp ein Zehntel der Mütter fürs Hausfrauendasein. Ein weiteres Auslaufmodell ist es auch im Familienbetrieb mitzuhelfen – lediglich 1 Prozent der Mütter der ganz jungen Österreicher sieht darin ihre Hauptaufgabe. "Auch wenn die Mütter von der Doppel- und Dreifachbelastung enorm gestresst sind, Kinder und Küche allein sind keine Alternative mehr für sie. Zuhause zu bleiben macht sie außerdem finanziell von ihren Partnern abhängig, ebenso wie im Betrieb mit anzupacken. Was im Zeitalter hoher Scheidungsraten sehr problematisch werden kann." kommentiert Doris Kostera, Sozialforscherin bei der GfK, diese Entwicklung. (red, derStandard.at, 04.03.2014)

  • Noch nie waren Eltern so gebildet wie jetzt. Besonders die Mütter haben aufgeholt.
    foto: www.istockphoto.com / yuoak

    Noch nie waren Eltern so gebildet wie jetzt. Besonders die Mütter haben aufgeholt.

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