Weiter Ungewissheit bei Zentralmatura

4. März 2014, 10:38
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Heinisch-Hosek will klären, ob Maturabeispiele im Bifie gehackt werden könnten - Bildungsstandard-Erhebung im Mai wackelt

Wien - Nach dem Wirbel um ungeschützte Schülertest-Daten beim Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) will Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) bis Anfang April Klarheit über das weitere Vorgehen in Sachen Zentralmatura schaffen. Bis dorthin soll von einer auswärtigen Stelle geklärt werden, ob die Beispielaufgaben auch sicher sind, so die Ministerin am Montagabend vor Journalisten.

Schulversuche

Die komplette Zentralmatura wird an den AHS zwar erst im Frühjahr 2015 (BHS: 2016) verpflichtend eingeführt. An mehr als 90 Prozent der AHS finden aber bereits seit längerem Schulversuche statt, bei denen die schriftlichen Aufgaben zumindest in einem Fach Anfang Mai zentral vom Bifie vorgegeben werden. Darüber hinaus wird heuer an zwei Probeschulen die komplette neue Reifeprüfung erprobt.

Sie habe am Montag einen Brief an alle AHS-Direktoren geschickt, so die Ministerin im Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten. Bis zum 4. April soll demzufolge klar sein, dass die Beispiele nicht etwa beim Bifie gehackt werden könnten. Eine Ausschreibung zur Überprüfung der Sicherheit der Matura-Aufgaben erfolge noch diese Woche.

Sollte das Bifie-System nicht sicher sein, müssten die Lehrer die Aufgaben wieder selbst ausarbeiten - das wolle sie aber vermeiden. "Die Schulen haben trainiert darauf, es geht auch nicht um eine Abfrage von Daten", so Heinisch-Hosek. Lediglich die Maturabeispiele würden zentral vorgegeben, die Arbeiten würden dann ohnehin von den Lehrern an den Schulen korrigiert werden.

Umfangreiche Prüfung aller Tests

Alle anderen über das Bifie laufenden Schülertests, bei denen Daten gesammelt werden, lässt Heinisch-Hosek wie angekündigt einer umfangreicheren Prüfung unterziehen. Das betrifft etwa die Bildungsstandard-Erhebungen und Studien wie Pisa, TIMSS und PIRLS. Diese werde eher nicht in zwei Monaten abgehandelt sein. Deshalb wackelt auch die für Mai geplante Überprüfung der Bildungsstandards im Fach Deutsch. "Ich traue mich nicht zu sagen: Die finden statt."

Kein Vergleichsinstrument

Ganz grundsätzlich wehrt sich die Ministerin gegen eine Veröffentlichung der kompletten Schulergebnisse der Standardtests: "Das war nie als Vergleichsinstrument gedacht und soll es auch nicht werden." Es solle durchaus Wettbewerb innerhalb eines Schulstandorts geben, indem man Lehrern als Instrument der Schulentwicklung Feedback über ihre Klassenergebnisse gibt. "Ich will aber keine Konkurrenz zwischen Gegenden, wo es im Moment nicht so klappt, mit anderen." Im Extremfall könne das dazu führen, dass Schulen aufgrund schlechter Ergebnisse geschlossen werden müssen.

IG Autoren: "Grobe Unzulänglichkeiten" bei Zentralmatura

Die IG Autorinnen Autoren hat am Dienstag einmal mehr die Qualität der Deutschaufgaben für die Zentralmatura kritisiert. "Ein Jahr vor der ohnehin bereits verschobenen Einführung liegen immer noch keine wirklich brauchbaren Deutsch-Matura-Aufgaben vor", bemängelt die IG in einer Aussendung und fordert Verbesserungen.

In einem bei ihrer Generalversammlung erarbeiteten Positionspapier pocht die IG für die Deutsch-Zentralmatura u.a. auf Mindeststandards für die Matura-Aufgabenstellungen, eine Evaluierung der "bisherigen, völlig ungenügenden und unprofessionellen Arbeit des hoch dotierten Bifie (Bundesinstitut für Bildungsforschung, Anm.)" durch externe Experten, die Einberufung einer Enquete zur offenen Diskussion aller Probleme durch das Unterrichtsministerium und auf eine bessere Koordination zwischen Ministerium und Bifie bei der Lehrerfortbildung.

Die Gruppe aus Autoren, Pädagogen und Wissenschaftern hat wiederholt auf "grobe Unzulänglichkeiten" und "wesentliche Mängel" bei den Aufgaben für die Deutsch-Zentralmatura hingewiesen, die ab 2015 an AHS und ab 2016 an Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS) verpflichtend ist. Das Bifie hat in der Vergangenheit Versäumnisse bei den ersten Zentralmatura-Fragen eingeräumt, allerdings auf Verbesserungen und die Entwicklung von Qualitätsstandards verwiesen. (APA, 4.3.2014)

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