UK-Regierungsberater: Zuerst an "Pornofilter" mitgearbeitet, dann wegen Kinderpornografie verhaftet

5. März 2014, 16:51
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Patrick Rock beeinflusste umstrittene "Pornofilter"-Gesetzgebung der britischen Regierung, nun wird ihm der Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen

Laut Medienberichten ist der konservative Regierungsberater Patrick Rock Mitte Februar wegen des Besitzes von Kinderpornografie verhaftet worden. Der 62-jährige hatte im Auftrag des britischen Premiers David Cameron seit 2011 in einem Gremium für innere Angelegenheiten gearbeitet, in dem auch der umstrittene Pornofilter ausgearbeitet wurde.

Umstrittene Maßnahme

Mit dem gesetzlich verankerten "Pornofilter" hatte die konservative britische Regierung den Schutz von Kindern vor Online-Pornografie verbessern wollen. Allerdings geriet die Maßnahme mehrfach in die Kritik: So sollen beispielsweise Aufklärungsseiten oder Websites für Opfer von Vergewaltigungen gesperrt worden sein. Zusätzlich wird von Hacktivisten befürchtet, dass der Pornofilter ein erster Schritt in Richtung Zensur sei und bald eine Ausweitung auf andere Suchbegriffe drohe.

Besitz von Kinderpornografie

Wie The Independent berichtet, soll der jetzt verhaftete Patrick Rock maßgeblich an der Entstehung des Pornofilters beteiligt gewesen sein. Mit dem britischen Premier verbindet Rock eine lange Bekanntschaft, bereits in den 1990ern arbeitete man zusammen. David Cameron zeigt sich  entsetzt über die Vorwürfe gegen Rock, der Fotografien von Kindesmissbrauch in seinem Besitz haben soll. Als Konsequenz wird nun eine forensische Untersuchung von Netzwerk und Geräten im Regierungssitz Downing Street 10, wo Rock tätig war, durchgeführt werden. (fsc, derStandard.at, 4.3.2014)

  • Über die Vorwürfe entsetzt: David Cameron, britischer Premierminister
    foto: reuters/stefan wermuth

    Über die Vorwürfe entsetzt: David Cameron, britischer Premierminister

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