Sassuolo wirft die Nerven weg

3. März 2014, 23:13
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Der abstiegsbedrohte Aufsteiger entlässt nach 35 Tagen Alberto Malesani, einen Trainer von schillernder Persönlichkeit und installiert dessen Vorgänger als Nachfolger

Sassuolo - Rolle rückwärts bei Sassuolo Calcio: Der italienische Fußball-Erstligist hat nach nur 35 Tagen Trainer Alberto Malesani entlassen und dessen Vorgänger Eusebio Di Francesco zurück ins Amt beordert. Di Francesco hatte die Grün-Schwarzen 2013 nach 91-jährigem Bestehen erstmals in die Serie A geführt.

Unter Malesani, ob seines feurigen Temperaments berühmt-berüchtigt, hatte der Aufsteiger am Sonntag beim 0:1 gegen den FC Parma die fünfte Niederlage im fünften Spiel kassiert, erst am 28. Januar hatte er die Mannschaft übernommen.

Das Curriculum Vitae des 59-jährigen Allenatore aus Verona ist damit bereit für einen neuen Eintrag, macht allerdings durchaus schon jetzt etwas her. 

Die Stationen im Detail:

1993–1997: Chievo Verona
1997–1998: Fiorentina
1998–2001: Parma
2001–2003: Hellas Verona
2003–2004: Modena
2005–2006: Panathinaikos
2007: Udinese
2007–2008: Empoli
2009–2010: Siena
2010–2011: Bologna
2011: FC Genua
2012: FC Genua
2013: Palermo
2014: Sassuolo

Malesani, der sich als Aktiver in Italiens Amateurliga tummelte, hat also durchaus Erfahrung mit Kurzeinsätzen. Ein vergleichbarer Zirkus wie nun in Sassuolo, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen, ereignete sich 2011 in Genua. Malesani wird im Sommer als Trainer installiert, wenige Monate später aber gefeuert. Im April 2012 kehrt er zurück und ersetzt seinen ebenfalls nicht langlebigen Vorgänger. Allerdings nur um 20 Tage später erneut hinausgeschmissen zu werden. 

Im Vergleich dazu hielt sich Malesani in Sassuolo, der 40.000 Einwohner zählenden Stadt in der Emiglia, also deutlich länger. Sein (numehr ehemaliges) Team liegt mit 17 Punkten am Tabellenende der Serie A. Am Sonntag tritt man zum Abstiegsderby beim FC Bologna von Gyuri Garics an.  (bausch/sid - 3.3. 2014)

  • Alberto Malesani gilt als emotionaler und grundehrlicher Mann. Mit seiner Meinung hält er eher nicht hinter dem Berg. Hier eine beinahe legendäre Wutrede (in eher sehr explizitem Ausdruck) aus seiner Zeit bei Panathinaikos 2006...

  • Malesani, Meister der kurzen Form.
    foto: apa/epa/brambatti

    Malesani, Meister der kurzen Form.

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