Nigeria: Fast 200 Tote durch Angriffe in den letzten Tagen

3. März 2014, 17:15
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Nach Anschlägen am Wochenende erneut Angriff der Sekte Boko Haram auf Dorf im Nordosten des Landes

Abuja - Der blutige Terror der radikalen Sekte Boko Haram in Nigeria geht unvermindert weiter. Bei einer erneuten schweren Attacke sind im Bundesstaat Borno offenbar mehr als 80 Menschen getötet worden. Mitglieder der Boko Haram hätten in der Nacht auf Montag ein Dorf nahe Maiduguri mit Maschinengewehren, Sprengstoff und Raketenwerfern angegriffen, so Augenzeugen.

Die Täter seien in die Häuser eingedrungen und hätten wahllos auf die Menschen geschossen. Viele Bürger seien verletzt worden, hieß es. Zudem wurden offenbar mehr als 70 Prozent aller Gebäude in dem Dorf zerstört. Der Polizeichef des Bundesstaates Borno, Lawal Tanko, bestätigte den Angriff, wollte jedoch zunächst keine genaue Opferzahl nennen.

In dem westafrikanischen Land gab es seit Freitag mehrere schwere Anschläge. Insgesamt kamen dabei fast 200 Menschen ums Leben. Am Samstag explodierten in Maiduguri in kurzer Folge zwei Autobomben, die Berichten zufolge 52 Menschen in den Tod rissen. Bei den Opfern handelte es sich größtenteils um Fußballfans, die eine öffentliche Fernsehübertragung verfolgten. Am gleichen Abend überfielen Kämpfer der radikalislamistischen Sekte Boko Haram ("Westliche Erziehung ist Sünde") das Dorf Mainok, töteten 39 Bewohner und zerstörten die gesamte Siedlung.

Kritik an Behörden

Die "Gesellschaft für bedrohte Völker" (GfbV) warf den nigerianischen Behörden am Montag vor, im Kampf gegen die Gruppe zu versagen: "Statt die Zivilbevölkerung wirksam vor dem Terror zu schützen, sterben jede Woche mehr Zivilisten", erklärte der GfbV-Afrika-Referent Ulrich Delius. Auch die Verhängung des Ausnahmezustandes über drei Bundesstaaten im vergangenen Jahr habe die Zivilbevölkerung nicht vor der Gewalt schützen können, hieß es. Boko Haram kämpft für einen Gottesstaat auf Grundlage der Scharia (Islamisches Recht) im muslimisch geprägten Norden Nigerias.

Zwar falle es der Sekte heute schwerer, in den Städten zu operieren, doch die ländlichen Gebiete und viele Straßenverbindungen seien nicht sicher, erklärte Delius. Zudem sei am vergangenen Freitagabend versehentlich ein Dorf von der Luftwaffe bombardiert worden, weil die Armee es für ein Ausbildungslager der Islamisten gehalten hatte. Bei dem Angriff starben 20 Menschen. (APA, 3.3.2014)

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