Enzensbergers Thesen zur digitalen Entsagung sorgen für Diskussion

3. März 2014, 15:59
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In der "FAZ" veröffentlichte Streitschrift gegen die Digitalisierung stoßen auf Kritik

Der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger hat mit einer Streitschrift gegen die Digitalisierung im Netz für Befremden gesorgt. Enzensberger empfahl in dem Artikel in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", als Gegenwehr gegen "Ausbeutung und Überwachung" digitale Dienste aus dem eigenen Leben zu verbannen. Der Aufruf stieß am Wochenende auf Kritik.

"Wer ein Mobiltelefon besitze, werfe es weg"

"Wer ein Mobiltelefon besitze, werfe es weg", schrieb Enzensberger in der Samstagsausgabe der "FAZ". Auch Online-Banking, Internet-Shopping, E-Mail, werbefinanzierte Angebote und Online-Netzwerke sollten gemieden werden, hieß es in Enzensbergers zehn Regeln. "Einer der einst führenden Intellektuellen der Republik macht sich mit seinen 10 Thesen zum digitalen Leben fürchterlich lächerlich", schrieb daraufhin Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur der Fachseite heise.de auf Google Plus. Zwar habe Enzensberger Recht, die Probleme der digitalen Welt anzugehen. "Das Wegwerfen des Handys ist aber keine moralische Haltung angesichts der Auswirkungen der Vernetzung und Digitalisierung der Gesellschaft". Andere Kommentatoren verwiesen auf einen Text von Enzensberger von 1970, in dem er die Möglichkeiten der Vernetzung noch gelobt habe.

"Ironie scheint es schwer zu haben auf digitalen Endgeräten"

Allerdings hatte Enzensberger seine Thesen möglicherweise absichtlich überspitzt. Das deutete FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher an: "Ironie scheint es schwer zu haben auf digitalen Endgeräten", schrieb er über Twitter. (APA, 3.3. 2014)

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