Trennungsschmerz und Taperekorder

3. März 2014, 17:01
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Frank Turner mit melancholischen Texten in fröhlichen Melodie zu Gast im Gasometer

Auf Achse zu sein ist Frank Turner gewohnt. Denn zwischen 2005 und dem vergangenen Jahr reiste der 1981 in Bahrain geborene und in Südengland aufgewachsene Sänger und Gitarrist hauptsächlich rund um den Globus. Jetzt kommt der Singer-Songwriter für eine Show nach Österreich, um das aktuelle Album Tape Deck Heart (2013) live vorzustellen. Begonnen hat alles mit der Liebe zu lauter Rockmusik: Durch den Schwermetall von Iron Maiden und Punkrock sozialisiert, gründet Turner zuerst die Combo Kneejerk, bevor er sich 2001 der Londoner Hardcorepunkband Million Dead anschließt. Möglicherweise kultivierte Turner den Zorn jener frühen Musikertage auf der Eliteschule Eton, wo er Prince William zu seinen Kommilitonen zählte. Vor neun Jahren passierte dann ein Erweckungserlebnis mit Folgen: Turner bekam eine Kassette von Bruce Springsteens Nebraska in die Hände - seither gehört der Boss neben Weezer zu den Vorbildern des Engländers, der ins folkig-ruhigere Singer-Songwriter-Fach wechselte, ohne ganz von seinen Punkwurzeln abzulassen. Seither arbeitet der Wanderklampfenmann live immer wieder mit der Band The Sleeping Souls zusammen: Gitarrist Ben Lloyd, Keyboarder Matt Nasir, Bassist Tarrant Anderson und Schlagzeuger Nigel Powell sind auch heute in Wien der instrumentelle Begleitschutz des Poeten, der auf dem fünften Album Tape Deck Heart vor allem von den Gefühlsturbulenzen der Liebe, von Trennungsschmerz und Verlust singt. Das klingt bisweilen nach den Counting Crows, The Decemberists oder REM - immer aber verpackt er die melancholischen Texte in fröhliche Melodien. Dem Pop-Punk aus frühen Tagen hat Turner nicht gänzlich abgeschworen. Heute live zu überprüfen. (dog, DER STANDARD, 4.3.2014)

Wien, Gasometer. 20.00

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