Kaske fordert Rechtsanspruch auf Elternteilzeit für alle

3. März 2014, 13:03
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AK-Präsident Rudolf Kaske pocht auf raschen Ausbau der Kinderbetreuung - Eltern sehen laut AK-Studie Nachholbedarf bei Vereinbarkeit

Wien - Laut einer Studie der Arbeiterkammer herrscht aus Sicht vieler Eltern Nachholbedarf in Sachen Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung. So wünscht sich jeder Dritte ein ganztägiges Kinderbetreuungsangebot, aber nur acht Prozent der Befragten haben so eines. Der derzeit wahlkämpfende AK-Präsident Rudolf Kaske forderte am Montag u.a. einen Rechtsanspruch auf Elternteilzeit für alle Beschäftigten.

570 Beschäftigte aus der Privatwirtschaft aus ganz Österreich mit zumindest einem Kind unter zwölf Jahren im selben Haushalt wurden für die Studie der L&R Sozialforschung zwischen Juni und Oktober des Vorjahres telefonisch befragt. Mehr als drei Viertel der Befragten aus Paarhaushalten gaben dabei an, dass auch der Partner erwerbstätig ist - am häufigsten (71 Prozent) kommt da das so sogenannte Einhalb-Verdiener-Modell vor, wobei in der Regel die Frauen Teilzeit arbeiten, wie Ingrid Moritz von der AK bei einer Pressekonferenz erklärte.

Auseinanderklaffen von Angebot und Nachfrage

Ein Auseinanderklaffen von Angebot und Nachfrage ergab die Studie bei der institutionellen Ganztagsbetreuung: Mehr als jeder Dritte (38 Prozent) wünscht sich ein ganztägiges Angebot, aber nur acht Prozent der Befragten haben tatsächlich eine institutionelle Ganztagsbetreuung für ihr Kind. Ein Problem sind demnach auch nach wie vor die Ferien: Gut jeder vierte Haushalt musste Urlaubstage zur Überbrückung von Betreuungslücken nehmen, was wiederum für etwa die Hälfte im Betrieb schwierig gewesen sei.

Die Familienfreundlichkeit der Arbeitszeit wird von 43 Prozent der Studienteilnehmer als sehr positiv wahrgenommen. Laut Moritz arbeiten vor allem Männer sehr lange - fast die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten leistet regelmäßig Überstunden. Der Großteil der Männer hält eine Arbeitszeitreduktion nicht für möglich, aus finanziellen oder betrieblichen Gründen.

Informationsdefizite bei der Elternteilzeit

Relativ weit verbreitet sind laut der Studie außerdem nicht-klassische Arbeitszeitlagen, also außerhalb von Montag bis Freitag von 8.00 bis 17.00 Uhr. Allerdings herrsche - abhängig etwa von der Branche oder der Betriebsgröße - durchaus eine gewisse flexible Zeiteinteilung, so Moritz. Informationsdefizite ortet die AK bei der Elternteilzeit, aus der Beratung wisse man auch, dass manche Arbeitgeber hier Schwierigkeiten machen.

Ganz untätig sind die Betriebe aber nicht, wie auch die Studie einräumt: Jeder Fünfte gab an, dass es im Unternehmen spezifische Fördermaßnahmen zur Unterstützung der Vereinbarkeit gibt. Die Frage, ob die Vereinbarkeit im Betrieb ernst genommen wird, sei aber nur von 53 Prozent als sehr zufriedenstellend beantwortet worden.

"Betriebe müssen familienfreundlicher werden"

Politik und Arbeitgeber seien gefordert, "bessere Rahmenbedingungen" zu schaffen, resümierte Kaske. "Die Betriebe müssen familienfreundlicher werden", insbesondere was die Arbeitszeiten betreffe. Gefordert wurde von Kaske etwa ein Ausbau von Kinderbetreuung und Ganztagsschulen, um Vollzeitarbeit zu ermöglichen - die entsprechende Vereinbarung mit den Ländern müsse nun rasch abgeschlossen und umgesetzt werden. Weiters brauche es einen Rechtsanspruch auf Elternteilzeit auch in Betrieben mit weniger als 21 Arbeitnehmern.

Um die Väterbeteiligung zu erhöhen, pochte Kaske einerseits auf die Einführung eines Papa-Monats, andererseits wünscht er sich mehr finanzielle Anreize im Zuge des geplanten Kindergeldkontos. So gebe es in Schweden beispielsweise einen Bonus für jene, die sich die Elternzeit gleichwertig untereinander aufteilen. (APA, 3.3.2014)

  • Arbeiterkammer-Chef Rudolf Kaske wünscht sich, dass Betriebe familienfreundlicher werden.
    foto: apa/dpa/pleul

    Arbeiterkammer-Chef Rudolf Kaske wünscht sich, dass Betriebe familienfreundlicher werden.

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