Schweizer SRG will Frauenanteil an der Spitze erhöhen

2. März 2014, 17:03
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Bis 2020 sollen 30 Prozent der Führungsjobs mit Frauen besetzt sein - Keine Frau in Geschäftsleitung - ORF-Gesetz: Ziel 45 Prozent, Ausnahme: Direktoren, Stiftungsrat

Bern - Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) will bis 2020 den Frauenanteil in der Führung auf insgesamt 30 Prozent erhöhen. Der Verwaltungsrat der SRG hat einen entsprechenden Entscheid der Geschäftsleitung am vergangenen Donnerstag bestätigt.

"Das Ziel, den Frauenanteil zu erhöhen, gilt für alle SRG-Unternehmenseinheiten, die Generaldirektion und die Tochtergesellschaften Publisuisse, SwissTXT und tpc", sagte Generaldirektor Roger de Weck am Sonntag der Nachrichtenagentur sda und bestätigte damit eine Meldung der "Schweiz am Sonntag".

"Dabei muss aber den unterschiedlichen Ausgangslagen Rechnung getragen werden. In technischen Bereichen ist der Zielwert langfristig unrealistisch", präzisierte SRG-Sprecher Daniel Steiner auf Anfrage. "Über das gesamte Unternehmen sollen die 30 Prozent dennoch erreicht werden." Nach dem Willen des Verwaltungsrates soll das Ziel in diesem Gremium aber bereits vor 2020 erreicht sein.

Fluktuationsrate und Pensionierungen

"Das Ziel ist realistisch aber anspruchsvoll: Es lässt sich nur erreichen, wenn jede zweite offene Leitungsstelle mit einer Frau besetzt wird", sagte de Weck weiter. Dazu würden die Fluktuationsrate und die Pensionierungen in den kommenden Jahren genutzt.

Derzeit sitzen im neunköpfigen SRG-Verwaltungsrat zwei Frauen; die Geschäftsleitung mit Generaldirektor Roger de Weck zählt sieben Männer und keine Frau.

Bei Neubesetzungen von Kaderstellen prüfe die SRG "systematisch, ob die Stelle auch in einem Teilzeitpensum ausgeschrieben und besetzt werden kann", sagte Steiner. Leitenden Mitarbeitern mit kleinen Kindern würden außerdem möglichst flexible Teilzeitjobs angeboten. "Und wo immer sich eine Gelegenheit bietet, soll das Job-Sharing-Modell ausprobiert werden."

Richtlinie der Schweizer Regierung

Mit der Zielvorgabe für den Verwaltungsrat erfüllt die SRG eine Richtlinie der Schweizer Regierung (Bundesrat), wonach in Verwaltungsräten bundesnaher Betriebe eine Zielquote von 30 Prozent für beide Geschlechter gilt. Die Richtlinie trat Anfang 2014 in Kraft und gilt unter anderem auch für die Schweizer Bahn (SBB), die Post, die FINMA, die RUAG oder das ENSI.

Dass die Zielquote für Verwaltungsräte erreicht wird, hat der Bundesrat größtenteils selber in der Hand: Er wählt die Verwaltungsräte oder einzelne Verwaltungsräte der bundesnahen Betriebe entweder direkt wie im Fall der SRG oder der Post oder indirekt über die vom Bund beherrschte Generalversammlung wie im Fall der SBB.

ORF: 45 Prozent mit Ausnahmen ganz oben

Das ORF-Gesetz gibt seit 2010 als Ziel 45 Prozent Frauenanteil insgesamt und pro Verwendungsgruppe vor und bis dahin Bevorzugung von Frauen. Nur beim Direktorium und bei den Aufsichsorganen steht im Gesetz ein "ausgewogenes Verhältnis". Derzeit sitzt im zentralen Direktorium eine Frau unter vier Männern, in den Landesdirektionen: zwei Frauen, sieben Männer. (APA, 2.3.2014)

ORF-Gesetz zum Thema im Wortlaut unter diesem Link.

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