Politik bleibt männlich

2. März 2014, 15:11
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Frauenanteil im Nationalrat erreichte kurz zweithöchsten Wert seit 1945 Wien

Politik ist weiterhin männlich dominiert, mit einem Frauenanteil von einem Drittel im Nationalrat wurde aber zu Beginn der neuen Legislaturperiode der zweithöchste Wert seit 1945 erreicht, aktuell liegt er bei 32,24 Prozent. In der neuen Regierung dagegen sank ihr Anteil von 42,9 auf 28,6 Prozent, geht aus einer Aufstellung von Werner Zögernitz, Leiter des Instituts für Parlamentarismus, hervor.

Vier Frauen in der Regierung

Von den 14 Regierungsmitgliedern (Ministern) sind derzeit vier Frauen, zwei von der SPÖ und zwei von der ÖVP. Das entspricht einem Anteil von 28,6 Prozent, im Gegensatz zu 42,9 Prozent zuvor. Inklusive der Staatssekretäre (nun 16 Mitglieder) beträgt der Frauenanteil 31,25 gegenüber 33,33 Prozent in der vorigen Gesetzgebungsperiode.

Von den 183 Abgeordneten sind derzeit 59 weiblich, das ist ein Anteil von 32,24 Prozent und dieser liegt über dem EU-Schnitt von 27 Prozent. Zu Beginn der neuen Gesetzgebungsperiode waren es sogar 61 und somit genau ein Drittel, während in der vorigen Legislaturperiode zuletzt nur 52 Frauen dem Nationalrat angehörten.

FPÖ: Schlusslicht beim Frauenanteil

Die meisten Frauen zählt die SPÖ-Fraktion mit 19 (36,54 Prozent), den höchsten Frauenanteil gibt es bei den Grünen (13 von 24; 54,17 Prozent). In der FPÖ beläuft sich der Frauenanteil lediglich auf 17,50 Prozent (sieben von 40), in der ÖVP auf 27,66 Prozent (13 von 47). Beim Team Stronach sind fünf von elf Abgeordneten weiblich (45,45 Prozent), bei den NEOS zwei von neun (22,22 Prozent). Der Frauenanteil im Bundesrat beträgt 29,5 Prozent.

Mehr Mandatarinnen im Europaparlament

Größer ist die Zahl der Mandatarinnen im Europaparlament, wo sich ihr Anteil auf 36 Prozent beläuft (275 von 766). Von den derzeit noch 19 österreichischen Abgeordneten sind sechs weiblich (31,6 Prozent). In der kommenden Gesetzgebungsperiode - gewählt wird am 25. Mai - wird sich die Zahl der Mitglieder des Europäischen Parlaments auf 751 verringern; jene der österreichischen Mandatare auf 18. Nach derzeitigem Stand werden die Grünen, die NEOS und das BZÖ mit einer Spitzenkandidatin antreten.

Frauenanteil in Landesregierungen und Gemeinden

In den Landesregierungen hat sich die Zahl der Frauen nach den Landtagswahlen im Vorjahr leicht erhöht. Erstmals ist mehr als ein Drittel der Regierungsmitglieder weiblich (25 von 72; 34,7 Prozent). Nach einem Wechsel in der steirischen Landesregierung wird es in Kürze eine Frau weniger sein, der Anteil beläuft sich dann auf ein Drittel. Aufgrund der Salzburger Landtagswahl im Vorjahr gibt es keine Landeshauptfrau mehr. Zwei Frauen - in Salzburg und Vorarlberg - haben das Präsidentenamt in Landtagen inne. Beide sind von der ÖVP.

Auf Kommunalebene betrug die Zahl der Ortschefinnen zu Beginn des Jahres 132 (von 2.354 Gemeinden), das ist ein Anteil von 5,6 Prozent. EU-weit liegt Österreich damit im untersten Viertel, beträgt der Durchschnitt doch 14 Prozent. Den höchsten Anteil weist Schweden mit 31 Prozent auf. Die meisten Bürgermeisterinnen in Österreich gibt es in Niederösterreich (7,7 Prozent). Nur eine Landeshauptstadt, nämlich Innsbruck, wird von einer Frau geführt.

Eine große Steigerung ist bei der Zahl der Bürgermeisterinnen auch durch die Salzburger Kommunalwahlen nicht zu erwarten. 25 Frauen bewerben sich am 9. März für einen der 119 Bürgermeistersessel. (APA, 2.3.2014)

 

  • Frauenanteil in politischen Ämtern
    foto: apa

    Frauenanteil in politischen Ämtern

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