Jedes zwölfte Kind kommt zu früh

1. März 2014, 17:42
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Eine frühe Geburt kann sich auch in späteren Lebensphasen noch auswirken

Von einer Frühgeburt sprechen Experten, wenn ein Baby vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche geboren wird. In Österreich erblickt jedes zwölfte Kind zu früh das Licht der Welt.

Wegen der noch nicht abgeschlossenen Entwicklung drohen vor allem extremen Frühchen gesundheitliche Probleme und Komplikationen.

Nach Angaben der Europäischen Stiftung für Neugeborene (EFCNI) liegt die Überlebensrate bei Kindern mit einem Geburtsgewicht unter 1.000 Gramm bei 66 Prozent. Oft tragen sehr unreife Kinder dauerhafte Schäden davon - wenn sie überhaupt überleben. Lunge, Darm, aber auch Gehör und Netzhaut können geschädigt sein. Außerdem drohen Hirnblutungen und bleibende Behinderungen.

21 Wochen und fünf Tage

Das in Fulda im November 2010 nach nur 21 Wochen und fünf Tagen geborene Frühchen Frieda ist laut Ärzten das jüngste überlebende Frühchen Europas. Es sei sogar weltweit kein jüngeres Neugeborenes bekannt, das überlebte. 1987 kam in Kanada ein Bub ebenfalls nach 21 Wochen und fünf Tagen zur Welt.

Der kleinen Frieda geht es gut. Sie ist mittlerweile drei Jahre und drei Monate alt und hat sich völlig normal entwickelt. Ob das so bleibt, weiß niemand, denn auch auf spätere Lebensphasen kann sich eine frühe Geburt auswirken. Die häufigsten Spätfolgen sind Entwicklungsverzögerungen, chronische Atemwegserkrankungen, motorische Störungen und Aufmerksamkeitsstörungen. (red/APA, derStandard.at, 1.3.2014)

  • Die Entwicklung eines Kindes ist erst mit dem Beginn der 38. Schwangerschaftswoche abgeschlossen.
    foto: apa/daniel karmann

    Die Entwicklung eines Kindes ist erst mit dem Beginn der 38. Schwangerschaftswoche abgeschlossen.

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