Heinisch-Hosek für rasche Gespräche mit ÖVP

1. März 2014, 12:36
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Frauenministerin begrüßt Vorstoß Rupprechters für Adoptionsrecht - Steirischer ÖAAB-Obmann unterstützt Parteikollegen, ÖVP-Zentrale spricht von "persönlicher Meinung"

Wien - SPÖ-Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek begrüßt den im STANDARD-Interview getätigten Vorstoß von ÖVP-Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter für ein Adoptionsrecht für Homosexuelle. Sie will nun rasch mit der ÖVP Gespräche aufnehmen.

"Ich freue mich sehr über die Aussage des Landwirtschaftsministers, nun auch endlich über ein volles Adoptionsrecht für homosexuelle Paare reden zu wollen. Gemeinsam mit dem Koalitionspartner will ich rasch weitere Verbesserungen für homosexuelle Paare auf den Weg bringen", sagte Heinisch-Hosek am Samstag in einer Aussendung. Die Frauenministerin will nun rasch in Gespräche mit der ÖVP eintreten, "damit wir den nächsten Schritt, nämlich die Fremdkindadoption, auf den Weg bringen können. Es ist hoch an der Zeit, und ich will nicht, dass wir wieder nur auf Basis eines Gerichtsurteils tätig werden". 

Unterstützung auch aus Arbeitnehmerbund

Weitere Unterstützung aus der ÖVP erhielt Rupprechter am Samstag durch den steirischen ÖAAB-Landesobmann, Landtagsklubobmann und designierten Landesrat Christopher Drexler. Er freue sich über den "erfrischend offenen gesellschaftspolitischen Zugang" und sei jedenfalls für eine Diskussion dieser Frage, sagte Drexler am Samstag.

Drexler verwies im Gespräch mit der APA darauf, dass er selbst vor zehn Jahren die eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaft vorgeschlagen habe, die mittlerweile Gesetz sei. Insofern habe er Verständnis für diese weiterreichende Überlegungen. Seinerzeit sei er selbst der Adoption noch eher skeptisch gegenübergestanden.

Die Parteimeinung ist anders

In der ÖVP-Zentrale selbst kann man sich mit Rupprechters Vorstoß nicht anfreunden. "Ein allgemeines Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Partnerschaften ist kein Thema", stellte Generalsekretär Gernot Blümel am Samstagnachmittag klar.

Ein solches Adoptionsrecht sei "womöglich die persönliche Meinung" Rupprechters. Aber "die Parteimeinung dazu ist ganz klar eine andere und wird auch nicht geändert", stellte Blümel unmissverständlich fest. Der Generalsekretär verwies darauf, dass die Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare in Österreich aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) möglich ist. (APA, 1.3.2014)

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