Moody's bestätigt Österreichs Top-Bonität

1. März 2014, 16:05
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Ausblick hat sich sogar verbessert - Risiko von Hilfszahlungen an andere Euro-Staaten nun geringer

Wien - Die Ratingagentur Moody's hat den Rating-Ausblick für die Republik Österreich von negativ auf stabil erhöht und die Spitzenbonität Aaa bestätigt. In Branchenkreisen wurde wegen der Abwicklungs-Diskussion rund um die Krisenbank Hypo Alpe Adria eine Ratingherabstufung erwartet. Das Risiko von Hilfszahlungen an andere Euro-Staaten sei zurückgegangen, hieß es in der Rating-Entscheidung.

Auch für Deutschland und Luxemburg gab es Anerkennung: Diesen Euro-Ländern wurde ebenfalls die Top-Bonität "Aaa" bestätigt, auch bei ihnen wurde der Ausblick von negativ auf stabil angehoben. Die Krise des Euroraums habe sich abgeschwächt, die Risiken weiterer Hilfszahlungen seien dadurch gesunken. Auch sei die Ansteckungsgefahr innerhalb der Eurozone geringer geworden.

Finanzminister Michael Spindelegger zeigte sich in einer ersten Reaktion erfreut über die Rating-Entscheidung: "Die Anhebung des Ausblicks ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass wir auf einem guten Weg sind bei der Bewältigung der Folgen aus der Finanz- und Schuldenkrise", meinte Spindelegger in einer Aussendung. Trotz der "aktuellen Herausforderung" bei der Hypo Alpe Adria habe Moody's den Ausblick wieder auf stabil angehoben.

Auch SPÖ-Staatssekreträrin Sonja Steßl sieht in der Erhöhung des Ratings-Ausblicks eine Bestätigung des Kurses der österreichischen Bundesregierung."Moody's schätzt Österreichs gut aufgestellte und diversifizierte Wirtschaftsstruktur ebenso, wie die langfristig ausgerichtete und stabilitätsorientierte Wirtschaftspolitik. Das Rating ist eine weitere Referenz dafür, dass der ausgewogene Stabilitätskurs mit sozialem Augenmaß, auf den die Regierung Faymann seit mehr als fünf Jahren setzt, die richtige Entscheidung war", sagte Steßl am Samstag in einer Aussendung.

Drei Gründe für Verbesserung

Die Ratingagentur führte vor allem drei Gründe für die Verbesserung des Rating-Ausblicks an: Einerseits sei das Risiko von Hilfszahlungen an andere Euroländer, etwa Spanien oder Italien, sowie das Ansteckungsrisiko innerhalb der Eurozone zurückgegangen. Außerdem habe sich Österreichs budgetäre Stärke stabilisiert, was sich in einem moderaten strukturellen Budgetdefizit niederschlagen würde. Anderseits sei auch das Belastungsrisiko für die Republik Österreich durch das heimische Bankensystem - die Abwicklung der Hypo Alpe Adria miteinbegriffen - zurückgegangen.

Die fiskalische Stärke der Republik Österreich werde nicht materiell durch die Abwicklung der Hypo Alpe Adria unterhöhlt, die in einer Bad Bank mit einem potenziellen Volumen von 13 bis 19 Mrd. Euro stattfinden könnte. "Moody's glaubt nicht, dass eine Abwicklung der Hypo Alpe Adria Bank sofort zu einem Refinanzierungsbedarf für den Bundeshaushalt führen wird", schreibt die Agentur in ihrem Bericht. Die von der Bad Bank übernommenen Altlasten seien wahrscheinlich nicht die "ultimativen Kosten" für die öffentliche Hand, weil die Regierung beim Verkauf der Assets noch Erlöse lukrieren könnte.

Bei der Ratingagentur S&P hat Österreich bereits im Jänner 2012 das Spitzenrating verloren. Fitch hatte kürzlich das Triple-A bestätigt. Moody's hatte Österreich im Februar 2012 einen negativen Ausblick verpasst. Grund war damals neben der Euro-Schuldenkrise die hohe Präsenz der heimischen Banken in Osteuropa. (APA, 1.3.2014)

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    grafik: apa
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