Wenn Journalisten schweigen: Symposium über "Pressefreiheit unter Druck"

28. Februar 2014, 18:35
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Susanne Scholl: "Reizüberflutung" als Gefahr für Pressefreiheit - Ehemaliger STANDARD-Chefredakteur Gerfried Sperl: Demokratie verkomme zum "Modeauftritt"

Wien -  "Die Aktivitäten westlicher Geheimdienste gefährden die Zukunft des Internets", sagt Gill Philipps, Chefin der Rechtsabteilung des "Guardian", beim Symposium "Pressefreiheit unter Druck" in Wien. Noch bis Samstag diskutieren Experten auf Einladung von Universität Wien, transform!at und Kribibi.

Reizüberflutung

In der "Reizüberflutung" sieht die ehemalige ORF-Korrespondentin Susanne Scholl eine Gefahr für die Pressefreiheit: "Die Masse an Informationen ist auch für Journalisten nicht mehr verarbeitbar", sagte Scholl. Damit einher gehe die Aufweichung demokratischer Strukturen, sagte Gerfried Sperl, Herausgeber der Kulturzeitschrift "Phoenix" und früher STANDARD-Chefredakteur: Demokratie verkomme zum "Modeauftritt".

William Horsley von der Vereinigung europäischer Journalisten sieht ein "großes Paradoxon des 21. Jahrhunderts" darin, "wie Journalismus im Kommunikationszeitalter zum Schweigen gebracht wird".

In Griechenland gebe es offiziell "keine Zensur", sagte Mariniki Alevizopoulou vom Investigativmagazin Unfollow - aber einen "Pakt zwischen politischen, wirtschaftlichen Interessen und den Mainstreammedien". (red, DER STANDARD, 1./2.3.2014)

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